Schülervertretung

"Kein Bildungsplan 2015 ohne Toleranz gegenüber LSBTTIQ!"

Die LandesschülerInnenvertretung Rheinland-Pfalz (LSV RLP) nimmt die Ereignisse in der baden-württembergischen Bildungspolitik mit Sorge zur Kenntnis. Mit der Petition gegen den Bildungsplan 2015, in dem zu Toleranz gegenüber der LSBTTIQ-Community (lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-intersexuell-queer) erzogen werden soll, zeigen der Verfasser und die UnterzeichnerInnen, dass ihnen ebendiese Toleranz fehlt.

14.01.2014 Pressemeldung LandesschülerInnenvertretung, LSV RLP

"Ich bin enttäuscht über die mangelnde Akzeptanz und Weltoffenheit der UnterstützerInnen der Petition. Denn wer die Augen öffnet, weiß, mit welch enormen Problemen sexuell nach LSBTTIQ orientierte Mitschülerinnen und Mitschüler zu kämpfen haben", so Katharina Lambers, Außenreferentin der LandesschülerInnenvertretung.

Die LSV RLP erklärt sich solidarisch mit dem LSBR (Landesschülerbeirat) Baden-Württemberg, der den Bildungsplan 2015 nicht nur befürwortet, sondern ihn mitgestaltet hat. "Die sexuelle Vielfalt ist doch Teil unserer Gesellschaft, warum sollte sie nicht im Unterricht vorkommen?", fragt Christian Stärk, Landesschülersprecher des Landes Baden-Württemberg.

Die LSV RLP befürwortet einen Bildungsplan, der auf sexuelle Vielfalt eingeht, da man dadurch Ängste und Vorurteile abbauen kann und der Diskriminierung von Lebensweisen entgegengewirkt wird. Dass die Petition "Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens" so viele Unterstützerinnen und Unterstützer hat, zeigt, dass die Thematisierung von LSBTTIQ dringend notwendig ist.

Die durch den Verfassertext proklamierte Homophobie ist für die LSV RLP nicht tragbar. Insbesondere die Zuschreibung von hohen HIV- und Suizidraten sowie Drogenmissbrauch ins LSBTTIQ-Milieu stellt eine Diskriminierung höchsten Maßes dar. Es ist zu betonen, dass die Angehörigkeit zu LSBTTIQ keineswegs eine höhere Neigung zum Selbstmord nach sich zieht. Die LSV RLP befürchtet, dass es eher die fehlende Aufklärung über dieses Thema sowie das daraus resultierende Mobbing sind, die zu diesen Raten beitragen können.

In der Petition "Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens" wird ein "´Nein´ zur Überbetonung einzelner Gruppen" gefordert. Wenn man jedoch ein Auge auf den aktuellen Bildungsplan wirft, fällt auf, dass zurzeit das "traditionelle" Familienmodell "Vater-Mutter-Kind" allgegenwärtig ist. Im neuen Bildungsplan geht es somit nicht darum, LSBTTIQ zu bevorzugen, sondern für einen Ausgleich in der Darstellung unterschiedlicher Lebensweisen zu sorgen.

"Da Toleranz nicht einmal Akzeptanz bedeutet, kann man meiner Meinung nach erwarten, dass viel gelassener an das Thema herangegangen wird", äußert sich Isabelle Gagel, Basisreferentin der LSV RLP. "Ich kann nur an alle appellieren, die Gegenpetition zu unterschreiben, um Homophobie keinen Platz in dieser Welt einzuräumen."

Die Gegenpetition kann hier unterzeichnet werden: www.openpetition.de/petition/online/gegenpetition-zu-kein-bildungsplan-2015-unter-der-ideologie-des-regenbogens


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