Kein Kind ohne Schulbuch!?

"Dass Hartz IV-Empfänger einen Teil der Kosten für die Schulbücher ihrer Kinder selbst übernehmen müssen, stellt sowohl die Eltern als auch die Kommunen vor große Probleme", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Chancenungleichheit wird hiermit verstärkt, die Kinder werden beschämt, die Eltern allein gelassen."

01.08.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

In der Begründung für die entsprechenden Paragrafen im Schulgesetz heißt es, dass "die Schulträger über weitere Entlastungen vom Eigenanteil in eigener Verantwortung entscheiden können, um so sicherzustellen, dass keinem Kind aus finanziellen Gründen ein Schulbuch fehlen darf." Will eine Kommune hier unterstützend eingreifen, gilt das als freiwillige Leistung. Kommunen mit Haushaltssicherungskonzepten müssen sich aber jede freiwillige Leistung genehmigen lassen. Lehnt die Bezirksregierung ab, dürfen sie die Leistung nicht erbringen.

"Da beißt sich dann die Katze in den Schwanz", so Beckmann weiter. "Arme Kommunen können armen Eltern nicht helfen. In finanziell gut ausgestatteten Kommunen ist das ein lösbares Problem. Alles ist also davon abhängig, in welcher Kommune ein bedürftiges Kind zufällig lebt."

In einigen Kommunen übernehmen Wohlfahrtsverbände oder private Initiativen diese Aufgabe. Aber auch das ist dem Zufall überlassen.

"Das sind zu viele Zufälle, von denen Kinder hier abhängig sind", so Beckmann abschließend. " Die PISA-Studien haben ergeben, dass in kaum einem anderen Land die Bildungschancen eines Kindes so abhängig von dessen sozialer Herkunft sind wie in Deutschland. Wenn man sich den hier kreierten Teufelskreis vor Augen führt, könnte man fast den Eindruck gewinnen, dass dieses PISA-Ergebnis noch einmal bestätigt werden soll."


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