Keine Einsparungen bei der Bildung im Saarland!
Vor der Landtagssitzung dieser Woche (Dienstag und Mittwoch 11./12.12.2007), in der der Haushalt 2008 beraten und verabschiedet wird, hat sich die Landeselterninitiative für Bildung gegen die erneute Absenkung der Bildungsausgaben und die weitere Verschlechterung der Personalsituation der Lehrer ausgesprochen.*
08.12.2007 Saarland Pressemeldung Landeselterninitiative für Bildung e.V.Die Analyse der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder "Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2007", die an die OECD-Studie anknüpft, mache den Handlungsbedarf deutlich. Das Saarland habe unter den Bundesländern (mit Hamburg) die höchsten Anteile (über 20 %) an frühen Schulabgängern , die wenigsten Abschlüsse im Sekundarbereich II und die geringsten Anteile der Bevölkerung mit Hochschulabschluss (nur 11 %) . Bessere Bildung, so die Eltern, liefere den zentralen Schlüssel für die meisten gesellschaftlichen Probleme, ob Integrationsmisere oder Fachkräftemangel, Armut oder Demografiekrise. "Doch was nehmen wir wahr", so die Eltern, "eine offenkundige Diskrepanz zwischen politischer Rhetorik und schulischer Praxis". Die Eltern kritisieren, dass in Fragen der Chancengleichheit und der Kompensation von Benachteiligungen die Lehrerinnen und Lehrer mit der Vielzahl der Probleme völlig allein gelassen blieben. Weder der Ausbau von Ganztagsschulen komme voran, noch bekämen die Lehrkräfte die "dringend nötige Supervision sowie Fortbildung und Unterstützung".
Dass Bildung auch immer noch sehr vom Geldbeutel der Eltern abhängt, will die Initiative im Saarland ändern sowie sich um die Situation der ausländischen Kinder an den Schulen kümmern. Im Saarland erreichten nur 24 % der ausländischen Schüler, die eine Schule abschließen, den mittleren Bildungsabschluss, nur 6,6 % das Abitur. Das sei in beiden Fällen das zweitschlechteste Ergebnis in Deutschland (Nachweis: Statistisches Bundesamt "Bildung und Kultur").
(* Die Einsparungen werden vorgenommen mit einem Abbau von Planstellen in einer Größenordnung von 53 Stellen. Zurückgehende Schülerzahlen für echte Qualitätsverbesserungen in den Schulen zu nutzen, findet in den konkreten Zahlen des Haushaltsentwurfs keinen Niederschlag! Über alle Schulformen hinweg ist festzustellen, dass die Personalausstattung der mobilen Lehrer-Reserve zu gering veranschlagt ist. In der Regel sind die dafür zur Verfügung stehenden Lehrkräfte schon wenige Wochen nach Schuljahresbeginn fest an den Schulen eingesetzt, wo längerfristige Ausfälle entstehen. Ersatz für kürzere Ausfälle (bis zu 2 Monaten) steht dann nicht mehr zur Verfügung.)
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