Berlin

Kinder in der Grundschulzeit begleiten – Unterstützung für Eltern

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner stellte heute gemeinsam mit der Vorsitzenden des Arbeitskreises Neue Erziehung (ANE), Dr. Heidemarie Arnhold, der Vorsitzenden des Türkischen Elternvereins, Tülay Usta, und dem Leiter der Arabischen Eltern Union, Mahmoud El-Hussein, die neuen Elternbriefe für die Grundschulzeit vor, die zum Schuljahresbeginn 2011/2012 erscheinen.

19.08.2011 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

"Die neuen Schulbriefe informieren Eltern ausführlich, was sich in der Berliner Grundschule verändert hat und wie Eltern in der Schule mitwirken können. Eltern erfahren, was sie tun können, wenn es Schwierigkeiten oder Konflikte im Schulalltag gibt. Nicht zuletzt geben die Schulbriefe viele Tipps, wie Eltern die Mediennutzung ihrer Kinder begleiten können, " so Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner.

Die ANE-Schulbriefe gibt es seit 1969. Sie informieren Berliner Grundschuleltern regelmäßig zwei - bis dreimal im Schuljahr über das Berliner Schulsystem und die wichtigsten Themen der Kindesentwicklung. Sie geben Tipps, wie Eltern ihre Kinder in ihrer Entwicklung begleiten und unterstützen können. Der Arbeitskreis für Neue Erziehung wird von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung mit jährlich rund 400.000 € finanziell gefördert.

Die Schulbriefe sind für die Eltern kostenlos. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 449.300 Schulbriefe an 409 Berliner Grundschulen verteilt. Dieses Angebot ist in dieser Form bundesweit einmalig, da kein Bundesland eine vergleichbare fast flächendeckende Verteilung von kostenlosen, regelmäßigen Elterninformationen in der Grundschulzeit organisiert.

Was ist neu

Die neuen ANE-Schulbriefe erscheinen nicht nur mit einer Reihe neuer Kapitel und durch Eltern inspirierte Fragestellungen. Sie wurden textlich überarbeitet, so dass sie für viele Familien, auch für Eltern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, verständlich sind. Beispiele und Texte sollen zudem die Vielfalt unter den Schülerinnen und Schülern an Berliner Schulen stärker widerspiegeln.

Verschiedene, neue Lernformen müssen besser erklärt werden, da Eltern sich mit der Einschulung ihrer Kinder mit neuen schulpädagogischen Begriffen konfrontiert sehen, die erst einmal gelernt werden müssen. So gehen die neuen Schulbriefe stärker auf das jahrgangsübergreifende Lernen (JÜL) und die flexible Schulanfangsphase an Berliner Schulen ein, mit Kapiteln wie "Sechsjährige lernen mit Achtjährigen in der flexiblen Schulanfangsphase" oder "Große und Kleine lernen zusammen - auf eigenen Wegen".

Die Medienerziehung von Kindern ist als Thema neu hinzugekommen. Eltern erfahren, wie viel Elektronik "erlaubt" ist, wie sie ihre Kinder über Sicherheit am Computer belehren und diese auch selbst kontrollieren.

Wie die ANE-Schulbriefe entstehen

"Viele Berliner Eltern haben bei der Entwicklung der neuen ANE Schulbriefe aktiv mitgewirkt. Deswegen spiegeln sie den Berliner Schulalltag aus dem Blickwinkel von Eltern so gut wider. Sie beantworten Fragen, die Eltern einfach haben, wenn ihr Kind in die Schule geht. Entsprechend unserem Motto ´mit Eltern für Eltern´," so Heidemarie Arnhold vom Arbeitskreis für Neue Erziehung e. V. In Telefoninterviews wurden 130 Berliner Eltern aus allen Bezirken zu den Schulbriefen befragt.

Die Schulbrief-Redaktion des Arbeitskreises Neue Erziehung erhält zudem Anregungen von drei Beiräten - einem wissenschaftlichen, einem fachlichen und einem Praxisbeirat.

Der wissenschaftliche Beirat gibt grundsätzliche Empfehlungen zu Themen, Inhalten und Botschaften der Schulbriefe. Fünf Hochschuldozentinnen der Grundschulpädagogik und der Erziehungswissenschaften beraten den ANE in diesem Gremium: Prof. Renate Valtin von der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Sabine Reh von der Technischen Universität Berlin, PD Dr. Barbara Drinck von der Universität Leipzig, Dr. Ursula Neumann von der Universität Hamburg und Prof. Dr. Nadia Kutscher von der Katholischen Fachhochschule Nordrein-Westfalen. Mitarbeiterinnen der Berliner Senatsbildungsverwaltung, des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg und der Schulpsychologie beteiligen sich an der Erstellung der Elternbriefe mit ihren Erfahrungen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung in Berlin. Sie bilden den fachlichen Beirat. Im Praxisbeirat arbeiten stellvertretend für die Berliner Grundschulen Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher und Eltern an der Neugestaltung und Neuanpassung der Berliner Elternbriefe.

Statements der Podiumsteilnehmer

Tülay Usta:
"Als Mutter von zwei Kindern, die das Berliner Schulsystem durchlaufen haben, habe ich die ANE- Schulbriefe kennen- und schätzen gelernt. Sie sind einfach zu lesen und zeigen, dass viele Fragen, die anfangs kompliziert scheinen, andere Eltern genauso erleben und die sich durch das Lesen der Schulbriefe oft beantworten lassen. Die ANE-Schulbriefe sind für Eltern einfach entlastend."

Mahmoud El-Hussein:
"Viele Eltern arabischer Herkunft fragen uns oft, was nun eigentlich Elternmitwirkung sei. Das System der Elternmitwirkung gibt es so in den arabischen Ländern nicht. Deswegen haben arabisch-stämmige Eltern an den Schulbriefen mitgearbeitet, damit die Begriffe zum Berliner Schulsystem verständlich werden. Wir arbeiten dann an den deutschen Schulbriefen, um die Kooperation zwischen Elternhaus und Schule zu verbessern."


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