Förderung

Kinder zu flüssigen Lesern machen

Das Programm „Lesen macht stark“ geht in die konkrete Umsetzung: 156 Schulen in ganz Niedersachsen machen sich auf den Weg, das Programm zur Stärkung der Basiskompetenzen in den Unterricht zu implementieren, davon 86 Grundschulen und 70 aus dem weiterführenden Bereich (HS, RS, ObS, Gesamtschulen und Gymnasien).

28.01.2020 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium
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„Lesen macht stark“ setzt auf das frühzeitige Erkennen der Kinder mit Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb und leitet daraus für jedes Kind Fördervorschläge zur Verbesserung der Lese- und Rechtschreibleistungen ab. „Es geht darum, dass sich Schülerinnen und Schüler zu flüssigen Leserinnen und Lesern entwickeln und die Inhalte von Texten gut verstehen und reflektieren können. Mit dem Programm können wir durch gezielte Unterstützungsmaßnahmen die Zahl leseschwacher Schülerinnen und Schüler deutlich senken, und das nachweisbar“, so Kultusminister Grant Hendrik Tonne.

Die teilnehmenden Schulen erhalten ab dem kommenden zweiten Schulhalbjahr 2019/2020 eine gezielte, schulformbezogene Ausbildung der Lehrkräfte und Qualifizierungsmaßnahmen zu Lesecoaches, damit das Thema Leseförderung in der Schule fest verankert werden kann. Dafür werden zurzeit die ersten zehn niedersächsischen Vertreterinnen und Vertreter vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein zur Multiplikatorin / zum Multiplikator für „Lesen macht stark“ kostenfrei ausgebildet. Darüber hinaus sind Auftaktveranstaltungen in den Regionen Hannover, Lüneburg, Braunschweig oder Osnabrück und Oldenburg eingeplant, um die Schulen umfassend über das Programm zu informieren.

Ab dem Schuljahr 2020/2021 geht das Programm in die nächste Phase: Die Schülerinnen und Schüler erhalten Lernmaterialien, womit das Lesen verstärkt geübt wird, für Lehrkräfte werden zudem Materialien zur Vor- und Nachbegleitung bereitgestellt. „Mich hat dabei überzeugt, dass mit einer Lernverlaufsdiagnostik gearbeitet wird. Mit diesen sehr schlanken Tests, die mehrmals pro Schulhalbjahr stattfinden, erhalten die Schülerinnen und Schüler regelmäßig und schnell Feedback über ihre Fortschritte und Lernstände. Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern ermöglicht dies, sehr früh zu erkennen, ob das Kind eine Förderung benötigt“, betont Tonne. Während der dreijährigen Programm-Laufzeit werde zudem eine prozessbegleitende Evaluation durchgeführt, um zeitnah den Erfolg von „Lesen macht stark“ messen zu können. Schulen bzw. Lehrkräfte, die an dem Programm teilnehmen, werden Entlastungen und Hilfen durch das Beratungs- und Unterstützungssystem angeboten, beispielsweise durch die Sprachbildungszentren, und erhalten zudem Anrechnungsstunden.

Parallel zur Einführung von „Lesen macht stark“ wird auf dem Niedersächsischen Bildungsserver die web-basierte Datenbank „Leseschule Niedersachsen“ zur Verfügung gestellt. Sie enthält, aufwachsend bis zur finalen Fassung, Lehr- und Lernmittel für alle Bildungsetappen von der Grundschule bis zum berufsbildenden System. Nach den bisher zwei Veröffentlichungen von Materialbänden zur Schulung der Rechtschreibung (Grundschulen 2015 und Sekundarstufe I 2018) wird im Frühsommer eine weitere Materialsammlung auf dem Niedersächsischen Bildungsserver veröffentlicht. Diese umfangreichen Materialien zielen auf eine strategieorientierte Rechtschreibförderung direkt am Kind ab und sind von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in Zusammenarbeit mit Schulen und Lehrkräften aus beiden Bundesländern erarbeitet worden.


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