Realschullehrer Bayern

Klares NEIN zu Gesamtschulkonzept der SPD

Selbstverständlich kann und soll es Überlegungen geben, wie man das bayerische Bildungssystem noch verbessern kann, erklärte der brlv-Vorsitzende Anton Huber anlässlich einer Pressekonferenz der Landtags-SPD zur Gemeinschaftsschule. Den Vorschlag der SPD, in Bayern die Gemeinschaftsschule als eine "moderne" Form der Gesamtschule mit neuem Etikett einzuführen, kritisiert er jedoch als bedenklichen pädagogischen Irrweg. Darüber dürften auch wohlklingende Phrasen, wie "Können Starke von Schwachen profitieren" nicht hinwegtäuschen.

26.03.2012 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Bei genauer Betrachtung wird nämlich an dieser Schulart vor allem der Leistungsanspruch stark zurückgeschraubt. Nur zwei Wochenstunden für die 2. Fremdsprache in einer künftigen Gemeinschaftsschule zeugen nach Meinung des brlv von pädagogischem Illusionismus ebenso wie 7 Fachstunden statt 30 Stunden im differenzierten Schulsystem mit klarem Fachwissen z. B. in Chemie, Biologie, Musik, Mathematik. Wer meint, man könne ausreichende Kompetenzen in Fächern wie Deutsch oder Mathematik ohne Fachunterricht erwerben, indem Kinder von Kindern lernen, der träumt. Die Gesamtschule wirbt auch mit dem "Vorzug" des Nicht-Sitzenbleibens. Tatsache ist freilich, dass ein Schüler im Gesamtschulsystem der SPD mit Mangelleistungen einfach in den niedrigeren Kurs, zum Beispiel vom Realschul- auf das Hauptschulniveau abgestuft wird allein durch die Entscheidung der Schule. Die Eltern haben keine Wahlmöglichkeit für Klassenwiederholung oder Wechsel an eine andere Schule. Mit der Gemeinschaftsschule werden Elternwahlrechte entscheidend beschnitten.

Die Anhänger von Gesamtschulideen in der SPD - nicht alle SPD-Mitglieder befürworten übrigens diesen Kurs - verkennen die Tatsache, dass die Gesamtschule in Deutschland längst gescheitert ist, was sämtliche wissenschaftlichen Untersuchungen eindeutig bestätigen. Bei allen PISA-Vergleichstests liegen die Gesamtschul-Ergebnisse meilenweit unter denen der Realschulen und Gymnasien, nicht selten schlechter als bayerische Haupt-/Mittelschulen. Ein eindeutiges Misserfolgssystem nun auch in Bayern einführen zu wollen, zeugt nicht gerade von Realitätssinn und Einfallsreichtum, betont Huber.

Viele Eltern in Gesamtschulländern vermeiden im Übrigen diese Schulart und bevorzugen das differenzierte Schulangebot, weil sie eben den geringeren Leistungsanspruch der Gesamtschule längst erkannt haben. Eltern wünschen für ihre Kinder eine optimale Förderung gerade in den besten Lernjahren für ein erfolgreiches Hochschulstudium oder eine anspruchsvolle Berufsausbildung. Sie sind offenbar realistisch genug zu erkennen, dass Schulsysteme in Deutschland mit eigenständigen Schularten immer noch am besten arbeiten, wenngleich auch hier Verbesserungen notwendig sind. Wir benötigen insbesondere mehr Lehrer für erfolgreiche individuelle Förderung, aber gewiss keine neue Schulstrukturdebatte, schloss Anton Huber.

www.brlv.de

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