Klug jubelt über Online-Stellenmarkt - Junge Lehrerinnen und Lehrer dürfen Hartz IV beantragen
"Grenzenloses Erstaunen" löste die heutige (8. April 2011) Jubel-Presseerklärung von Bildungsminister Ekkehard Klug zum neuen Online-Bewerbungsverfahren an Schulen bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aus.
08.04.2011 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein"Statt über Bewerberinnen und Bewerber in der virtuellen Welt des Online-Verfahrens zu jubeln, sollte der Bildungsminister sich lieber mit der traurigen Realität bei den Einstellungschancen für junge Lehrkräfte an Grund-, Regional- und Gemeinschaftsschulen in der wirklichen Welt befassen. Wenn nämlich Stellen gestrichen werden, hilft auch kein Online-Bewerbungsverfahren", sagte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn in Kiel.
Wegen der Streichung von 300 Lehrerstellen werde es in diesen Schularten zum kommenden Schuljahr kaum Einstellungen geben, so der GEW-Landesvorsitzende. Betroffen seien davon Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst, die jetzt fertig würden, sowie befristet Beschäftigte, die im Augenblick zum Beispiel Elternzeit-Vertretungen wahrnähmen. Sie stünden dann auf der Straße.
"Während der Minister sein Online-Verfahren in "Media-Markt-Sprache" ("schneller, flexibler, moderner, konkurrenzfähiger") anpreist, können die betroffenen jungen Kolleginnen und Kollegen schon einmal ihre Anträge auf Arbeitslosengeld oder Hartz IV ausfüllen", kritisierte Matthias Heidn. Er forderte den Bildungsminister auf, sich bei der schwarz-gelben Landtagsmehrheit für eine Rücknahme der Stellenstreichungen stark zu machen. Das liege nicht nur im Interesse der Betroffenen, sondern auch im Interesse der Bildung in Schleswig-Holstein.
Keine Kommentare vorhanden