Kollegien beteiligen – teure Parallelstrukturen an Gemeinschaftsschulen vermeiden
Anlässlich eines Gedankenaustausches in Schopfheim zum Thema Regionale Schulentwicklung erklären Joachim Schröder, Vorsitzender des Bezirksverbandes Südbaden des Philologenverbandes, und Kersten Schröder, Vorsitzender des Landesbezirks Südbaden des Berufsschullehrerverbandes (BLV): "Wir begrüßen, dass der Prozess der regionalen Schulentwicklung auf Konsens angelegt ist und alle am Schulleben Beteiligten mitwirken sollen. Uns ist allerdings unverständlich, warum die derzeitigen Pläne der Landesregierung vorsehen, die Kollegien der betroffenen Schulen nicht zu beteiligen. Wir meinen, dass auch diejenigen, die die Ergebnisse umzusetzen haben, also die Lehrerinnen und Lehrer, z. B. über Verbände und Gewerkschaften am Schulentwicklungsprozess beteiligt werden sollten."
20.03.2014 Pressemeldung Philologenverband Baden-WürttembergJoachim Schröder, der selbst in Schönau unterrichtet, weiter: "Regionale Schulentwicklung muss ergebnisoffen erfolgen, wenn sie nachhaltig die Bildungslandschaft gestalten möchte. Hierzu gehört auch, dass die Gemeinschaftsschule eine mögliche Antwort auf den demografischen Wandel darstellt, aber sicher nicht die einzige." Joachim Schröder weiter: "So unterschiedlich wie unsere Kinder sind, so unterschiedlich und bunt sollen auch die Bildungsangebote in unserer Region sein. Jedem Schüler / jeder Schülerin soll ein möglichst maßgeschneidertes Bildungsangebot unterbreitet werden können. Daher sind die Bürgermeister/-innen gefordert, über den Tellerrand der eigenen Gemeinde hinwegzuschauen und Verantwortung für eine größere Bildungsraumschaft zu übernehmen. Nur so wird Bildungsvielfalt ermöglicht."
Kersten Schröder, der in Lörrach unterrichtet, ergänzt: "Diese Bildungsvielfalt können berufliche Schulen besonders gut garantieren. Hier können neigungsgerecht vom Hauptschulabschluss bis hin zur allgemeinen Hochschulreife alle Bildungsabschlüsse erworben werden. Dieses ressourcenschonende Bildungsangebot muss aus unserer Sicht in jeder Bildungsregion aufrechterhalten bleiben."
Abschließend stellen Joachim Schröder und Kersten Schröder unisono fest: "Insbesondere bedarf es keines kostspieligen Aufbaus einer gymnasialen Oberstufe an den Gemeinschaftsschulen, da so zu den allgemein bildenden, aber auch zu den beruflichen Gymnasien teure Parallelstrukturen geschaffen werden."
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