Bayern

Kompetenzen zur Alltags- und Lebensführung sind Wurzeln des Bildungsangebotes an Realschulen

"Mit Erstaunen beobachten wir die öffentliche Diskussion über ein neues Unterrichtsfach zur `Alltags- und Lebensführung´ bzw. für `Alltags- und Lebensökonomie´. Bestimmen doch gerade diese Bildungsinhalten seit Jahrhunderten das Bildungs- und Erziehungsangebot der Schulart Realschule. Wenn jetzt festgestellt wird, dass die ökonomische Grundbildung von großer Bedeutung für die Lebenstüchtigkeit junger Menschen ist, dann ist das ein Beweis dafür, dass die Schulart Realschule mit ihrem Bildungsangebot unverzichtbar ist. Umso unverständlicher ist es, wenn die SPD in verschiedenen Bundesländern genau die Schulart platt macht, die ihre Wurzeln und ihren Bildungsauftrag gerade in diesem Bildungsbedürfnis sieht."

18.04.2013 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Damit nimmt Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv), Stellung zur aktuellen SPD-Forderung nach einem neuen Unterrichtsfach, welches an Realschulen unter anderem mit den Fächern Wirtschaft und Recht, Rechnungswesen sowie Haushalt und Ernährung längst Wirklichkeit ist.

Huber weiter: "Wir stimmen der SPD-Forderung zu, das Bildungsanliegen zusätzlich zu betonen und sehen in der Stärkung der Kompetenzen im Bereich Alltags- und Lebensökonomie eine wichtige und dringliche Aufgabe. Deshalb haben wir dem Kultusministerium bereits zum Jahreswechsel vorgeschlagen, zusätzlich zum schon bestehenden Pflichtangebot ein qualifiziertes Wahlfach "Ökonomische Verbraucherbildung" mit zwei Kompetenzstufen und jeweiliger Zertifizierung in das schulische Angebot aufzunehmen. Das Kultusministerium greift die Initiative nun auf.

Dabei müssen wir auch erkennen, dass die Schule mit dem Pflicht-Unterrichtsangebot von täglich sechs Unterrichtsstunden bereits voll ausgefüllt ist. Wer ein neues Unterrichtsfach fordert, muss deshalb gleichzeitig auch sagen, welchen Unterricht er stattdessen kürzen will.

Besser ist es, gerade jene Schularten zu stärken, die sich dem geforderten Bildungsanliegen aufgrund ihrer Wurzeln und Geschichte besonders annehmen und dieses bereits seit langem auch fest im Lehrplan verankert haben, anstatt die Realschulen einer Gemeinschaftsschule zu opfern, die nur Einheitsbildung bieten kann.

www.brlv.de

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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