Kooperationsvereinbarungen mit französischen Bildungsexperten aus der Partnerregion Centre getroffen

Eine französische Delegation aus der Partnerregion Centre unter Leitung des Recteurs der Académie Orléans-Tours, Prof. Dr. Ali Bencheneb, traf sich am Sonnabend mit Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz und Bildungsexperten aus Sachsen-Anhalt in den Franckeschen Stiftungen Halle. Im Ergebnis eines Arbeitsgespräches wurde vereinbart, dass der bilinguale Unterricht sowie Partnerschaften Berufsbildender Schulen beider Länder im Bereich Tourismus/Gastronomie erste Schwerpunkte einer engen Zusammenarbeit sein werden.

17.12.2007 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Minister Olbertz betonte vor seinen Gästen, dass es keine Barrieren zwischen den jungen Generationen beider Länder gebe, dass aber zwischen den Menschen in den neuen Ländern und den französischen Nachbarn Deutschlands über 40 Jahre kaum Begegnungen möglich gewesen seien. Dies habe zwar keine emotionalen Gräben gerissen, aber einen erheblichen Nachholbedarf in den deutsch-französischen Beziehungen und Partnerschaften hinterlassen. Gerade in den Bereichen Bildung, Kultur und Tourismus sollen sich die Menschen aus Sachsen-Anhalt und der Partnerregion Centre künftig näherkommen.

Sachsen-Anhalt und Centre wollen gemeinsam auf touristisch-gastronomischem Gebiet Ausbildungsmodule entwickeln, die in beiden Ländern wechselseitig anerkannt werden. Es wird pro Jahr einen Austausch von Auszubildenden geben, die während eines längeren Aufenthaltes eine theoretische Ausbildung und ein Praktikum im Hotel- und Gaststättengewerbe des jeweils anderen Landes absolvieren. Seit kurzem existieren bereits Partnerschaften der Berufsbildenden Schulen des Altmarkkreises Salzwedel mit einer vergleichbaren Einrichtung in Olivet, der Berufsbildenden Schulen des Altmarkkreises Stendal mit einer Schule in Tours und der Berufsbildenden Schule "Friedrich List" in Halle mit einer Schule in Bourges.

"Die französische Geschichte ist von maßgeblicher Bedeutung für die Geschichte Europas, aber für uns in den neuen Ländern sind französisch-deutsche Schulpartnerschaften noch immer etwas Exotisches", sagte Kultusminister Olbertz. Solche Schulpartnerschaften sollen künftig auch den Austausch von Lehrkräften beinhalten, die an Grundschulen und Gymnasien des jeweiligen Partnerlandes unterrichten. An geeigneten Gymnasien soll der bilinguale Unterricht zum "Abibac" führen. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern "Abitur" und "baccalauréat" zusammen, d.h. es geht um ein deutsch-französisches Abitur. Die Schüler werden nach wechselseitig anerkannten Lehrplänen unterrichtet, die in bestimmten Fächern bilingual angelegt sind. Auf Vorschlag der Bildungsexperten beider Länder könnte mit der Latina an den Franckeschen Stiftungen in Halle ein Prototyp für das Abibac in Sachsen-Anhalt entwickelt werden.

"Wenn wir uns auf der Basis von Sprache und Kultur begegnen, wird sich unsere freundschaftliche Beziehung positiv entwickeln", sagte Minister Olbertz. Im September dieses Jahres hatte er gemeinsam mit dem Recteur der Académie Orléans-Tours in Orléans eine Rahmenvereinbarung auf dem Gebiet der Bildung unterschrieben. Vergleichbares gibt es auch im kulturellen Bereich. Die Partnerschaft zwischen Centre und Sachsen-Anhalt existiert seit 2004. Am Montag besucht die französische Delegation gemeinsam mit Minister Olbertz die Internationale Grundschule Pierre Trudeau und das Internationale Gymnasium in Barleben.


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