Kostenlose Nachhilfe für Kinder aus Hartz-Familien gefordert

(redaktion/NOZ) Kosten für den Nachhilfeunterricht bei Kindern aus Hartz-Familien sollen generell vom Staat übernommen werden, so Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, heute gegenüber der Neuen Osnbarücker Zeitung (NOZ). Weiter forderte er eine generelle Nachbesserungen bei der Härtefall-Liste für Hartz-IV-Empfänger.

19.02.2010 Artikel

Als "Minimallösung" bezeichnete Krüger in dem Gespräch die von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vorgelegte Härtefall-Liste, weil der vorgelegte Katalog zwar erhöhte Leistungsansprüche ausweise, aber zu wenig auf die Interessen von Kindern eingehe.

Zum "unabweisbaren, besonderen Bedarf" für Kinder und Jugendliche zählen laut Kinderhilfswerk auch Bekleidung in Übergrößen, Brillen, Medikamente und orthopädische Schuhe. "Auch bestimmte Freizeiteinrichtungen, speziell Sportanlagen und Bäder, sollten für Kinder kostenfrei sein", so Krüger gegenüber der NOZ.

Der Forderung der Verfassungsrichter, dass Hartz-IV-Empfänger ab sofort in Einzelfällen einen zusätzlichen Sonderbedarf geltend machen können, sei die Regierung nicht in gebotenem Umfang nachgekommen. Krüger kritisierte, dass die Ministerin mit ihren Vorschlägen "vor allem den Bundeshaushalt geschont" habe.

Das Deutsche Kinderhilfswerk hält es vielmehr für notwendig, die vom Gericht geforderte Neufestsetzung der Hartz-IV-Regelsätze durch eine unabhängige Expertenkommission berechnen zu lassen. "Expertenwissen und nicht politischer Wille muss hier den Ausschlag geben", sagte Krüger. Und weiter wolle er "ein für alle Mal mit dem Gerücht aufräumen, dass arme Familien bei ihren Kindern sparen."


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