Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle nimmt zu IGLU 2006 Stellung: "Bayerns Grundschüler bei Lese-Untersuchung sehr gut – kein Grund zum Ausruhen"

"Ich freue mich, dass Bayerns Schüler bei IGLU 2006 einen sehr guten Platz belegt haben und wir nehmen konkrete Verbesserungsvorschläge sehr ernst", kommentierte Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle die heute vorgestellten Ergebnisse des Ländervergleichs der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU). Bayerns Grundschüler belegen im Ländervergleich der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung Platz 2, international rangieren sie auf Rang 8. Bayern hat große Fortschritte bei der Verbesserung der sozialen Durchlässigkeit erzielt.

09.12.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Minister Spaenle: "Wir dürfen kein Kind stehen lassen"

"Wir sind auf dem richtigen Weg, dürfen uns aber nicht selbstzufrieden zurücklehnen und ausruhen", so der Minister. Es müsse vor allem darum gehen, die Buben stärker für das Lesen zu begeistern und Kinder mit Migrationshintergrund noch intensiver zu fördern. "Wir dürfen kein Kind stehen lassen", votierte Spaenle für erweiterte Anstrengungen in der Sprachförderung.

Bei IGLU 2006 haben die bayerischen Grundschüler der Jahrgangsstufe 4 ihre Leseleistung im Vergleich zu IGLU 2001 deutlich verbessert und belegen national den 2. Platz hinter Thüringen. Konkret hatten die bayerischen Schüler bei IGLU 2006 562 Punkte (Thüringen 564 Punkte) Punkte erreicht, 2001 waren sie nur auf 546 Punkte gekommen.

Soziale Durchlässigkeit in Bayern deutlich verbessert

"Es ist für mich sehr wichtig, dass die bayerischen Schüler unabhängig von der sozialen Herkunft hohe Leistungen im Lesen und Verstehen erreichen", richtete Minister Spaenle den Focus auf die Bildung als "soziale Rolltreppe der Gesellschaft". Bayern ermöglicht es im Bundesvergleich am besten, dass Kinder aus bildungsfernen Schichten an die Leistungen von Kindern aus bildungsnahen Schichten anschließen. Bayern kann sich hier auch im internationalen Vergleich gut sehen lassen. "Das Bayerische Schulsystem ist leistungsstark und gerecht, die Durchlässigkeit weiter zu verbessern, ist ein wichtiger Handlungsauftrag." Er verwies dabei darauf, dass die Lesekompetenz, die von IGLU für das Grundschulalter attestiert wird, auch durch PISA für die 15-Jährigen nachgewiesen ist.

Wollen Jungen mehr zum Lesen motivieren

Der Leistungsunterschied im Lesen zwischen Buben und Mädchen hat sich zwar seit IGLU 2001 verringert. "Wir können uns aber nicht damit zufrieden geben, dass fast ein Viertel der Buben außerhalb der Schule nie oder so gut wie nie zum Vergnügen liest", so Minister Spaenle. Bei Mädchen beträgt diese Quote nur 8%. "Im Frühjahr 2009 werden wir dazu zusammen mit der Universität Eichstätt bei einem Fachkongress Maßnahmen erarbeiten, mit denen wir das Interesse der Jungen am Lesen gezielt fördern".

Migrantenkinder intensiver fördern

"Also müssen wir weiter arbeiten. Vor allem um die Kinder der Risikogruppe müssen wir uns stärker kümmern. Dazu gehören auch viele Kinder, die zuhause nicht Deutsch sprechen", zieht Minister Spaenle Schlussfolgerungen aus der Untersuchung. Auch wenn Migrantenkinder in Bayern bundesweit die besten Werte im Lesen und Verstehen erzielen, erkennt Minister Spaenle einen klaren Arbeitsauftrag aus IGLU und PISA. Die Befunde von IGLU 2006 zeigen, dass vor allem Grundschüler mit Migrationshintergrund, deren Familiensprache nicht Deutsch ist und die aus einem sozial eher schwachen Elternhaus kommen, beim Lesenlernen immer noch deutlich Probleme haben. Die internationale Schulleistungsstudie IGLU untersucht das Leseverständnis von Schülerinnen und Schülern am Ende der 4. Jahrgangsstufe. 2006 beteiligten sich 35 Staaten und 10 Regionen an IGLU; in Deutschland waren es rund 8.000 Schüler von 405 Schulen (darunter 24 bayerische).

Siehe auch www.km.bayern.de


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