Kultusminister Mannsfeld: Die Organisatoren der Demonstration wollen Wirklichkeit nicht wahrhaben und gefährden schulische Qualität

"Wer die Forderung nach der 'Einrichtung aller fünften Klassen' erhebt, stellt die Qualität schulischer Bildung an unseren Mittelschulen und Gymnasien in Frage. Eine solche Forderung zeigt im Übrigen, dass die Organisatoren der Demonstration die Wirklichkeit des leider noch immer anhaltenden dramatischen Rückgangs der Schülerzahlen nicht wahrhaben wollen." So kommentiert der sächsische Staatsminister für Kultus, Prof. Dr. Karl Mannsfeld, die Demonstrationsveranstaltung, die vom Bürgermeister der Stadt Meerane für den heutigen Donnerstag in Dresden angekündigt wurde.

10.06.2004 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus

"Das Kultusministerium macht sich die Entscheidung, ob an einem Gymnasium oder einer Mittelschule eine fünfte Jahrgangsstufe eingerichtet werden kann, nicht leicht. Oberstes Ziel bei der Vorbereitung eines neuen Schuljahres ist, dafür zu sorgen, dass an den Schulen ein guter und anspruchsvoller Unterricht gehalten werden kann. Nur mit einer bestimmten Größe der Schule und des Lehrerkollegiums kann den Schülerinnen und Schülern ein attraktives und differenziertes Angebot gemacht werden, aus dem sie nach Neigung und Begabung auswählen können", so Mannsfeld.

Basis einer jeden Entscheidung über die Klassenbildung ist die gesetzlich vorgeschriebene Mindestschülerzahl. Für die Mittelschulen sind dies zwei Klassen mit jeweils 20 Schülerinnen und Schülern, bei den Gymnasien drei Klassen mit jeweils 20. Ausnahmen davon sind möglich, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. So wird in jedem Einzelfall überprüft, wie sich die Schülerzahlen voraussichtlich in den kommenden Jahren entwickeln werden und ob eine andere Schule in zumutbarer Entfernung vorhanden ist.

Der Minister: "Wenn nach Abwägung aller Argumente entschieden werden muss, dass in einem Schuljahr keine fünften Klassen gebildet werden können, so ist dies keine Vorentscheidung für die folgenden Schuljahre. Vielmehr sind die kommunalen Schulträger gehalten, gegebenenfalls mit anderen Schulträgern der Region, nach Lösungen zu suchen und entsprechende Beschlüsse für die Zukunft zu fassen. Daneben sind die Landkreise und Kreisfreien Städte unabhängig von aktuellen Vorbereitungen für ein Schuljahr aufgefordert, auch auf Grundlage der aktuellen Schülerzahlen ihre Schulnetzpläne in verantwortlicher Weise fortzuschreiben und damit die Voraussetzungen für die Bestandssicherheit von Schulen zu schaffen."

Eine Einladung für die Demonstration hat Minister Mannsfeld im Übrigen bis Donnerstagfrüh nicht erhalten.


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