Kultusminister Siegfried Schneider stellt in Bad Tölz das Konzept der Beruflichen Oberschule vor

Zum kommenden Schuljahr wird in Bayern flächendeckend die Berufliche Oberschule eingeführt. Diese Tatsache bezeichnete Kultusminister Siegfried Schneider als "großen Grund zur Freude". "So können leistungsfähige und leistungswillige Schüler einen zweiten gleichwertigen Weg zum Abitur gehen", unterstrich der Minister an der BOS und FOS Bad Tölz, wo er das Konzept der Beruflichen Oberschule heute der Öffentlichkeit vorstellte. Unter dem Dach der Beruflichen Oberschule werden die beiden Schularten Berufsoberschule und Fachoberschule vereint.

25.04.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Mit der Beruflichen Oberschule wird ab dem Schuljahr 2008/2009 ein bis zu dreijähriger Bildungsgang etabliert, der Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Schulabschluss und/oder abgeschlossener Berufsausbildung zum Fachabitur oder zum Abitur führt. In diesem Bildungsgang kann auch der mittlere Schulabschluss erworben werden, sofern er noch nicht vorhanden ist.

"Die flächendeckende Einführung der Jahrgangstufe 13 der Fachoberschule darf mit Fug und Recht als Meilenstein für die Verbesserung der Durchlässigkeit unseres Schulwesens bezeichnet werden", so Minister Schneider. Die Jahrgangstufe 13 der Fachoberschule gibt es bislang in keinem anderen Bundesland. Bereits heute werden weit über 40 Prozent der Zugangsberechtigungen zum Studium über den beruflichen Weg erlangt.

Die Berufliche Oberschule wird in folgenden Schritten eingeführt:

  1. Die 13. Jahrgangsstufe der Fachoberschule wird im Einvernehmen mit dem Sachaufwandsträger flächendeckend eingeführt.
  2. Diejenigen Schülerinnen und Schüler können die FOS 13 besuchen, die im Zeugnis der Fachhochschulreife einen Notendurchschnitt von mindestens 2,8 erreicht haben.
  3. Absolventen der Wahlpflichtfächergruppe IIIa der Realschule mit Schwerpunkt Französisch und andere Be¬werber mit gleichwertigen Französischkenntnissen können ab dem Schuljahr 2008/2009 in der Ausbildungsrichtung Wirtschaft der Fachoberschule an Stelle des Faches Wirtschaftsinformatik das Fach Französisch als Wahlpflichtfach belegen. Diese Schüler werden zugleich an der Realschule besser auf den Besuch der FOS in der Ausbildungsrichtung Wirtschaft vorbereitet.

Um die Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Oberschule zu unterstützen, dass sie ihren Weg erfolgreich gehen können, werden ihnen Hilfen beim Übertritt angeboten. Für überdurchschnittliche Schüler wird zudem Möglichkeit geschaffen, direkt die Voraussetzungen für ein Universitätsstudium zu erwerben, ohne vorher eine Berufsausbildung zu absolvieren.

Dreijährige Erfolgsgeschichte

Im Schuljahr 2004/2005 war an 20 ausgewählten Fachoberschulen, darunter der Fachoberschule Bad Tölz, der Schulversuch FOS 13 eingeführt worden. In diesem Jahr haben 29.900 Schülerinnen und Schüler Bayerns Fachoberschulen besucht, davon 266 den Schulversuch FOS 13 in den Ausbildungsrichtungen Technik, Wirtschaft, Sozialwesen und Gestaltung. 2004/2005 besuchten 12.000 Schülerinnen und Schüler die Berufsoberschulen. Im laufenden Schuljahr 2007/2008 besuchen knapp 34.500 Schülerinnen und Schüler die Fachoberschulen, darunter 817 die FOS 13 an mittlerweile 46 Standorten. Die Zahl der FOS13-Schüler hat sich in den vergangenen drei Jahren verdreifacht. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an Berufsoberschulen ist etwa gleich hoch geblieben, nach starken Steigerungen in den vorangegangenen Jahren.

Duale Ausbildung und Fachhochschulreife

Über die Berufliche Oberschule hinaus eröffnet das berufliche Schulwesen in Bayern Schülerinnen und Schülern vielfältige Qualifizierungswege. Mit den doppeltqualifizierenden Bildungsgängen "Duale Berufsausbildung und Fachhochschulreife" und dem Schulversuch "Berufsschule plus" können leistungsstarke und motivierte Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss innerhalb von drei Jahren einen Berufsabschluss und die Fachhochschulreife erwerben.

Für Absolventen von Fachschulen und Fachakademien, Meister und beruflich gleichwertig Qualifizierte (z. B. Fachwirte, Fachkaufleute) wird künftig der fachgebundene Zugang zur Fachhochschule für fachlich entsprechende Studiengänge ohne weitere Prüfung eröffnet werden. Vorangestellt ist ein Beratungsgespräch an der Fachhochschule.


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