Bayern

Kultusminister Spaenle: Grundkonzeption des bayerischen Gymnasiums hat sich bewährt

"Die Grundkonzeption des achtjährigen Gymnasiums hat sich bewährt und wird nicht verändert, die praktische Umsetzung allerdings begleiten wir in einem umfassenden Monitoring und entwickeln auf dieser Basis das Gymnasium mit Augenmaß unter Einbindung der Schulfamilie weiter." Mit dieser Aussage nimmt Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle Stellung zu den Vorschlägen, die heute der BLLV zur Gestaltung des bayerischen Gymnasiums vorgetragen hat.

15.05.2012 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Er deutet diese als einen von vielen Beiträgen zur Weiterentwicklung des Gymnasiums, Rückmeldungen zum Lehrplan werden immer ernst genommen. Für Kultusminister Spaenle wird jedoch der BLLV-Vorschlag zur Gestaltung des Lehrplans dem Bildungsauftrag des Gymnasiums nicht gerecht. "Wer den Lehrplan des Gymnasiums um 50 Prozent kürzen will, verbaut unseren Schülerinnen und Schülern den Weg zur allgemeinen Hochschulreife", argumentiert der Minister. Es sei mehr als zweifelhaft, dass Abiturienten mit den vom BLLV geforderten exemplarischen Kenntnissen die Anforderungen von Hochschulen und Arbeitgebern erfüllen könnten.

Vermittlungstiefe bleibt auf gymnasialem Niveau erhalten - Veränderungen am Lehrplan aufgrund einer Evaluation

Das grundlegende Wissen und die gymnasiale Vermittlungstiefe bleiben erhalten. Mit der von Minister Spaenle eingeleiteten Weiterentwicklung des bayerischen Gymnasiums wird die Kompetenzorientierung noch verstärkt. Zeitgemäße didaktische Anforderungen wie Orientierung an Grundwissen und Kompetenzen sowie fächerübergreifendes und fächerverbindendes Lernen werden bereits im aktuellen Lehrplan umgesetzt.

Der Prozess wird durch ein umfassendes Monitoring seit 2009 begleitet. Im Herbst 2011 z.B. hatte der Minister im Rahmen einer Evaluation über 15.000 Rückmeldungen von Lehrkräften zum Lehrplan erhalten, die vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung ausgewertet wurden. Die Konsequenzen, die sich aus dem Monitoring für den Minister ergeben, sind u.a.:

  1. Die moderate Überarbeitung von Lehrplaninhalten, wo dies aufgrund der Rückmeldung und der Prüfung notwendig erscheint. Diese erfolgt unter Federführung von Staatssekretär Bernd Sibler in zwei Facharbeitsgruppen auch unter Beteilung des Bayerischen Philologenverbandes.
  2. Eine mögliche Nutzung von Intensivierungsstunden in der Mittelstufe für Kernfächer.
  3. Der Ausbau der gebundenen Ganztagsklassen an den Gymnasien, um Schülern bei Bedarf eine zusätzliche Förderung zukommen zu lassen.
  4. Und weitere Möglichkeiten der individuellen Förderung wie Förderunterricht und Seminare oder auch ein zusätzliches Jahr, in dem Schülerinnen und Schüler etwa individuelle Stärken entwickeln oder auch Defizite ausgleichen können.

Runder Tisch eingesetzt

Minister Spaenle hat einen Runden Tisch einberufen, an dem Vertreter von Schulleitern, Lehrkräften, Eltern und Schülern die Weiterentwicklung begleiten und die Möglichkeiten der individuellen Förderung diskutieren. Außerdem wurden am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) Modellprojekte zur Weiterentwicklung des Gymnasiums gesammelt. Auf der Grundlage von Vorschlägen und Erfahrungen von über 100 Schulen werden Modelle ausgewählt, welche Qualitätssicherung und Entwicklung von Unterrichtsorganisation voranbringen können.

Mit ersten Ergebnissen rechnet der Minister schon bis zum Sommer. Kleinere Veränderungen im Lehrplan werden zum neuen Schuljahr umgesetzt. Bis 2015 soll unter Einbeziehung von Lehrkräften der Lehrplan des Gymnasiums grundlegend weiterentwickelt werden. Ein wichtiges Ziel ist hierbei die noch stärkere Verankerung der Kompetenzorientierung. Mit dem Vorhaben, das an allen allgemein bildenden Schularten umgesetzt wird, wird eine neuen Generation von Lehrplänen geschaffen.


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