Kultusministerin Hohlmeier zieht positive Halbjahresbilanz zum achtjährigen Gymnasium

Kultusministerin Monika Hohlmeier hat heute in München eine positive Halbjahresbilanz für das achtjährige Gymnasium gezogen. "Das erste Halbjahr im achtjährigen Gymnasium ist erfolgreich verlaufen. Viele Schulen haben erkannt, dass das neue Gymnasium nicht nur zu einer Verkürzung der Schulzeit führt, sondern dass seine Einführung auch die Möglichkeit gibt, die Schulart Gymnasium neu zu denken", sagte die Ministerin.

18.02.2005 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Die Reform des Gymnasiums sei von vielen Schulen auch als Chance begriffen worden. "Besonders positiv ist, dass die Einführung des achtjährigen Gymnasiums eine neue Qualitätsdiskussion über eine möglichst intensive Förderung von Schülern oder auch über eine verbesserte Rhythmisierung von Unterricht und Schulalltag ausgelöst hat. Das gibt der inneren Schulentwicklung einen neuen Schub", sagte Hohlmeier. Neuerungen, die zunächst vielfach auf Skepsis gestoßen seien, fänden inzwischen hohe Akzeptanz. "Die Einführung des Faches 'Natur und Technik' von der fünften Jahrgangsstufe an oder die Intensivierungsstunden sind sehr gut angenommen worden", sagte Hohlmeier. Gerade etwa bei der Organisation und Durchführung der Intensivierungsstunden hätten die Lehrkräfte viel Engagement und Einfallsreichtum sowie eine hohe fachliche Kompetenz bewiesen. Auch der Einstieg in die Mittagsbetreuung sei überwiegend gut gelungen. An vielen Orten gebe es schon außerordentlich attraktive Angebote. "Bereits im ersten Schulhalbjahr konnte an 80% der Schulen von Beginn an eine organisierte Mittagsverpflegung angeboten werden", sagte die Ministerin. Viele Gymnasien hätten inzwischen auch Anträge auf Förderung mit IZBB-Mitteln gestellt.

Natürlich gebe es bei einer derart großen Reform wie dem achtjährigen Gymnasium in einzelnen Bereichen noch Anlaufprobleme. Das sei etwas völlig Normales, zumal der Aufbau eines achtjährigen Gymnasiums einen dynamischen Entwicklungsprozess darstelle. Besonders dankte die Ministerin in diesem Zusammenhang den Oberstudiendirektoren, die in der Zeit des Aufbaus ein hohes Engagement gezeigt hätten und sich in konstruktiver, kritischer Weise in die Diskussion um das neue achtjährige Gymnasium eingebracht hätten.

Die Kritik des Philologenverbandes wies die Ministerin jedoch zurück. "Die Unterrichtsversorgung am Gymnasium ist gut. Der Pflichtunterricht wurde zu 99% abgedeckt. Auch in den Fächern, in denen der Lehrermarkt leergefegt ist, konnte der Unterricht fast vollständig abgedeckt werden", sagte Hohlmeier. Die Kritik des Philologenverbands am achtjährigen Gymnasium sei deutlich berufsständisch begründet. "Ich finde es bedauerlich, dass der Philologenverband die pädagogischen Möglichkeiten des neuen achtjährigen Gymnasiums immer noch nicht sehen will. Stattdessen führt er eine Arbeitszeitdiskussion, die mit der Verkürzung der Schulzeit nichts zu tun hat, die bei den Eltern und Schülern aber zu deutlicher Verunsicherung führt", sagte Hohlmeier.

Rund 1,6 Mio. Schülerinnen und Schüler bekommen morgen ein Zwischenzeugnis. Anlässlich des Zeugnistermins dankte die Ministerin den Lehrkräften aller Schularten für ihr außerordentliches Engagement. "Ich weiß, dass den Lehrkräften in schwierigen wirtschaftlichen und finanziellen Zeiten immer mehr abverlangt wird. Umso mehr respektiere ich ihren Einsatz für die Schülerinnen und Schüler", sagte die Ministerin. "Die Zeugnisse ermöglichen ähnlich wie die Halbzeitpause beim Fußball eine erste Leistungsbilanz. Die Lehrkräfte können zusammen mit Eltern und Schülern Stärken und Schwächen aus der ersten Hälfte analysieren und für die zweite Hälfte gegebenenfalls neue Lernstrategien finden. Dabei besteht bis zum Schuljahresende ausreichend Zeit, die eigenen Leistungen in dem einen oder anderen Fach noch einmal zu verbessern", sagte Hohlmeier.


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