Kultusministerin Karin Wolff: "Erfolgreiche individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes statt ideologischer Gleichmacherei"

"Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals einen so ruhigen Schuljahresbeginn wie in diesem Schuljahr hatten. Dies zeigt deutlich, dass die versprochene Unterrichtsversorgung gewährleistet ist", erklärte Kultusministerin Karin Wolff heute in ihrer Regierungserklärung vor dem Hessischen Landtag. Sie kündigte an, dass die Landesregierung den bildungspolitisch eingeschlagenen Weg weiter verlässlich und konsequent fortsetzen werde. Dabei hob sie hervor, dass in den vergangenen Jahren Leistung und Anstrengung wieder feste Werte im hessischen Schulwesen geworden seien. Die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes und der Ausgleich sozial bedingter Nachteile würden wie auch in den letzten Jahren weiterhin bestimmend im Schuljahr 2007/08 sein.

05.09.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Die schwerwiegenden Mängel unter Rot-Grün – wie massenhaft fehlende Lehrer und drastische Kürzungen der Stundentafel – seien behoben worden. Einschließlich der bis zum Jahr 2008 bereits getroffenen Absprachen wurden seit 1999 4.300 Lehrer- und 2.100 Referendarsstellen neu geschaffen. Die Lehrerwochenstunden seien infolgedessen kontinuierlich angestiegen. "Heute stehen rund 115.000 Stunden mehr für hessische Schülerinnen und Schüler zur Verfügung", fasste Wolff zusammen. Derzeit liefen auch die Vorbereitungen zur Rückgabe der Vorgriffstunde. Diese sei unter Kultusminister Holzapfel eingeführt worden, ohne auch nur irgendeine Kompensation für diese Mehrarbeit der Lehrerinnen und Lehrer vorzusehen. Dagegen habe die Landesregierung direkt nach der Regierungsübernahme versprochen, diese Mehrarbeit ab dem Jahr 2008 auszugleichen. Dieses Versprechen werde verlässlich umgesetzt.

Zu den soliden Grundlagen des hessischen Bildungswesens gehöre auch der weitere konsequente Ausbau von Ganztagsangeboten. Im kommenden Jahr werde es in ganz Hessen 530 Ganztagsangebote geben, damit habe sich die Zahl der Ganztagsangebote seit 1999 fast vervierfacht. Hessen sei nach der KMK-Statistik unter den westdeutschen Flächenländern mittlerweile Spitze, was die Teilnehmerquote an Ganztagsangeboten betreffe. "Unser Ziel ist, die Ganztagsangebote nicht nur auszubauen, sondern auch weiter zu vertiefen. Dabei muss aber die Freiwilligkeit immer oberstes Credo bleiben, denn Eltern müssen selbst entscheiden dürfen und damit die Wahlfreiheit haben, ob sie ihr Kind am Nachmittag zu Hause haben oder in die Schule schicken wollen. Eine SPD-Zwangsganztagsschule gibt es mit uns nicht", unterstrich die Kultusministerin.

Auch die Förderung der Grundschulen sei ein Feld, in dem sich Hessen stark hervorgetan habe. Vorlaufkurse für Migrantenkinder, Leseförderung, der Bildungs- und Erziehungsplan und die Bildungsstandards seien nur einige der Neuerungen, die teilweise auch gegen den starken Widerstand der Opposition durchgesetzt worden seien. "Dieselben Stimmen der Opposition, die vor einiger Zeit die ´Zwangsgermanisierung` von Ausländerkindern anprangerten, schreien heute nach mehr Förderung von Migrantenkindern. Das zeigt deutlich, dass unser Weg der richtige ist", betonte Wolff. Die Fortentwicklung der Hauptschulen werde von der SPD dagegen völlig abgelehnt. "Für die SPD sind Hauptschüler Bildungsverlierer, denen man weder konkrete Förderkonzepte noch eine stärkere Verzahnung mit der Wirtschaft anbieten muss. Die geplante Abschaffung von SchuB bedeutet für viele junge Menschen eine Umleitung auf eine Verliererstraße. Unser erklärtes Ziel dagegen ist, dieses Erfolgsmodell auf alle Hauptschulklassen zu übertragen", gab Wolff einen Ausblick in eine weitere Legislaturperiode.

Die Landesprüfungen würden deutlich belegen, dass die Leistungen der Schülerinnen und Schüler heute erheblich höher als noch vor einigen Jahren liegen. Außerdem sei es gelungen, die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss erheblich zu verringern. Ebenso sei die Zahl der Sitzenbleiber stark reduziert worden – hier hätten auch die Osterferiencamps eine wichtige Rolle gespielt. "Deshalb werden wir die Camps auch in diesem Schuljahr wieder anbieten", so Wolff. Landesprüfungen würden für starke Abschlüsse und für bessere Chancen in Ausbildung und Beruf sorgen – es sei regelrecht strafbar, wenn man dieses wissentlich wieder aufgeben würde.

"Jeder muss sich darüber im Klaren sein, dass die Zukunft der Gymnasien mit der SPD besiegelt sein wird. Es wird zu einem langsamen Aushungern kommen, indem immer mehr Gelder und Stellenressourcen in das Traummodell der SPD – die Einheitsschule – wandern werden", warnte die Kultusministerin abschließend. "Wer diese bei Eltern in zunehmendem Maße beliebte Schulform abschaffen will, nimmt dem Haus der Bildung eines der wichtigsten Fundamente, so dass es nur noch zusammenbrechen kann."


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