Kultusministerin lobt Zunahme der internationalen Kontakte an Bayerns Schulen

Die Zahl der internationalen Kontakte bayerischer Schulen hat einen neuen Höchtstand erreicht. Nach der aktuellen Erhebung des Kultusministeriums waren im Schuljahr 2003/2004 insgesamt 56.565 Schülerinnen und Schüler an Austauschmaßnahmen beteiligt. Dies bedeutet eine Zunahme von 7,6% seit 1998/1999. "Ich freue mich über die immer größere Zahl bayerischer Schülerinnen und Schüler, die die Begegnung mit ihren Altersgenossen im Ausland suchen. Wir können stolz auf die Aufgeschlossenheit unserer Jugendlichen gegenüber dem Ausland und ihr wachsendes Interesse an Austauschmaßnahmen sein", erklärte Bayerns Kultusministerin Monika Hohlmeier. Insgesamt pflegen bayerische Schulen Kontakte mit 79 Ländern, darunter finden sich so exotisch anmutende Ziele wie Costa Rica, Guatemala, Nepal, Namibia oder Uruguay.

17.03.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Besonders deutlich stieg seit 1998/1999 die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die sich an Austauschmaßnahmen mit Deutschlands östlichen Nachbarn beteiligten. An Austauschmaßnahmen mit der Tschechischen Republik nahmen insgesamt 7824 Schülerinnen und Schüler teil (+ 8,24%), mit Ungarn 3035 (+14,78%). Die größte Zunahme ergab sich bei den Kontakten mit Polen. Insgesamt waren hier 2454 Jugendliche an Austauschmaßnahmen beteiligt, was einer Steigerung um 66,71% innerhalb von fünf Jahren entspricht. "Das Interesse bayerischer Jugendlicher an Begegnungen mit Altersgenossen aus den EU-Beitrittsländern macht große Hoffnungen. Die jungen Menschen stehen dem europäischen Gedanken vorurteilsfrei und offen gegenüber. Im Hinblick auf die Zukunft eines geeinten Europa sind solche Kontakte von unschätzbarem Wert", betonte die Ministerin.

Die meisten Auslandskontakte haben bayerische Schulen mit Frankreich (618), den USA (360), England (258), Italien (239), der Tschechischen Republik (233), Polen (132) und Ungarn (131). Bezogen auf die Gesamtzahl der an Austauschmaßnahmen beteiligten ausländischen und bayerischen Schülerinnen und Schüler liegt ebenfalls Frankreich (18569 Schülerinnen und Schüler) an erster Stelle, gefolgt von der Tschechischen Republik (7824), Italien (5852), England (5018), den USA (3713), Ungarn (3035) und Polen (2454).

Bemerkenswert erscheint vor allem auch der Zuwachs bei den Austauschmaßnahmen mit Italien (+ 28,19%) und Spanien (+ 32,66%). "Diese Zahlen spiegeln wider, dass wir mit dem Ausbau des Sprachangebots an Gymnasien auf dem richtigen Weg sind. Viele Schülerinnen und Schüler nehmen die erweiterten Wahlmöglichkeiten im Bereich der Sprachen gut an. Sie lernen inzwischen bis zu vier Fremdsprachen und suchen bewusst Kontakt zu Jugendlichen aus den entsprechenden Ländern", sagte Hohlmeier.

Obwohl nach wie vor die meisten Maßnahmen in Form eines Gruppenaustausches stattfinden, lässt sich aus den aktuellen Zahlen ein neuer Trend ablesen: immer mehr Schülerinnen und Schüler lassen sich auf das Abenteuer eines Einzelaustausches ein und reisen für längere Zeit alleine ins Ausland, wo sie am regulären Unterricht in der jeweiligen Landessprache teilnehmen. Die Besuche ausländischer Jugendlicher in Bayern haben seit 1998/1999 um 25,68% zugenommen, die Zahl bayerischer Schülerinnen und Schüler, die sich für einen Einzelaustausch entschieden, wuchs im selben Zeitraum um 122% und hat sich damit mehr als verdoppelt. Dies sei nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass frühere Hürden bei einer Rückkehr nach einem Auslandsschuljahr abgebaut worden seien, erläuterte die Ministerin.

Die Ministerin stellte die pädagogische Bedeutung von Austauschmaßnahmen in besonderer Weise heraus. "Ein längerer Aufenthalt im Ausland trägt zur Persönlichkeitsbildung bei und kann darüber hinaus interessante berufliche Perspektiven eröffnen", sagte Hohlmeier. Die Entscheidung für einen längeren Auslandsaufenthalt verdiene uneingeschränkten Respekt. "Die Jugendlichen müssen sich im Ausland nicht nur in einer ungewohnten Umgebung zurechtfinden, sondern sich auch in die Gastfamilie sowie die Gastschule integrieren. Dies trägt zu einer intensiven Förderung ihrer kommunikativen und sozialen Kompetenz bei", sagte die Ministerin.


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