Kultusministerin Wolff: "Neues Dreijahresprogramm gibt Schulträgern Planungssicherheit"
"Wir investieren weiter in die Bildung. Trotz anhaltend schwieriger Haushaltslage hat der Ausbau der Ganztagsangebote für Hessen weiterhin einen hohen Stellenwert." Mit diesen Worten kündigte Kultusministerin Karin Wolff heute in Wiesbaden die Fortsetzung des "Ganztagsprogramms nach Maß" an. "Um den Schulträgern ein Höchstmaß an Planungssicherheit und Verlässlichkeit zu geben, haben wir das bisherige Verfahren in ein Dreijahresprogramm umgewandelt", erklärte die Ministerin. Bis zum Schuljahr 2008/09 stellt Hessen für die Erweiterung der Ganztagsangebote insgesamt 180 zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung.
10.11.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen"Ziel ist es, allen hessischen Schülerinnen und Schülern ein erreichbares Angebot in Wohnortnähe zu machen", sagte Wolff. Die in den nächsten drei Jahren bereitgestellten Mittel seien daher für die Ausweitung des Landesprogramms mit derzeit 336 ganztägig arbeitenden Schulen vorgesehen. "Im Sinne der regionalen Ausgewogenheit konzentrieren wir unsere Kraftanstrengungen auf die Schulen, die neu in das Landesprogramm aufgenommen werden möchten", hob Wolff hervor. Die Zuteilung der zusätzlichen Stellen an die 32 Landkreise und Städte orientiere sich an den dort jeweils schon vorhandenen Angeboten und der Zahl der erreichten Schülerinnen und Schüler. "Wir wollten alle Schulträger berücksichtigen und bei der Verteilung so gerecht wie möglich verfahren", erläuterte Wolff weiter. Die Schulträger werden gebeten, bei der Einrichtung weiterer Ganztagsangebote ebenfalls auf regionale Ausgeglichenheit innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs zu achten.
Die Ministerin betonte, dass die Einbeziehung der Schulträger entscheidend zum Erfolg der regionalen Bildungsplanung beitrage: "Unmittelbar vor Ort kann am besten entschieden werden, wo Bedarf besteht und wie die bestehende Infrastruktur ‚nach Maß' ergänzt werden kann." Die Landkreise und Städte seien jetzt darüber informiert worden, wie viele Stellen sie jeweils bis 2008 für neue Ganztagsangebote erhalten werden. Sie sind aufgefordert, gemeinsam mit den Staatlichen Schulämtern eine Planung für die kommenden drei Schuljahre zu erstellen und diese dem Kultusministerium bis zum 31. Dezember 2005 bzw. spätestens bis zum 30. Juni 2006 mitzuteilen. Förderschulen für Praktisch Bildbare und Körperbehinderte, die generell als Ganztagsschulen einzurichten sind, erhalten die notwendigen Lehrerstellen außerhalb des Dreijahresprogramms, so dass die Landkreise und Städte ihre Priorität auf die Einrichtung weiterer Angebote an Grundschulen und Schulen mit Sekundarstufe I setzen können.
Der engen Zusammenarbeit mit Partnern wie Verbänden, Vereinen und freien Trägern kommt nach den Worten Wolffs weiterhin hohe Bedeutung zu. "Um ein verlässliches Betreuungsangebot für die Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, ist es sinnvoll, die Kräfte zu bündeln und den Nachmittag gemeinsam zu gestalten", sagte sie und begrüßte ausdrücklich das finanzielle Engagement der Kommunen. "Nur gemeinsam können wir die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig verbessern", betonte Wolff.
In den ersten vier Ausbaustufen des "Ganztagsprogramms nach Maß" (2002 bis 2005) wurden 193 Ganztagsangebote neu geschaffen und 23 vorhandene erweitert. Seit dem Schuljahr 2005/06 verfügen 336 Schulen in Hessen über ein Ganztagsangebot - mehr als doppelt so viele wie noch 2001. Für das derzeitige Angebot hat Hessen seit 2002 rund 260 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen, insgesamt wendet das Land jährlich rund 36 Mio. Euro für das "Ganztagsprogramm nach Maß" auf. "So gewinnt der Ausbau Hessens zum Bildungsland auch im Hinblick auf die Ganztagsangebote immer mehr an Kontur", erklärte die Ministerin.
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