Kultusministerium startet Initiative zur Medienbildung an Grundschulen
"Medien sind mittlerweile fester Bestandteil der Lebenswelt von Grundschulkindern. Sie spielen nicht nur im Alltag von Kindern und Jugendlichen eine große Rolle, sondern sind auch für ihre Zukunft von maßgeblicher Bedeutung. Denn die Fähigkeit, Medien qualifiziert zu nutzen, ist eine zentrale Schlüsselqualifikation. Wir werden deshalb im Land flächendeckend ein Angebot zur Verfügung stellen, um interessierte Grundschulen beim Thema Medienbildung zu unterstützen", kündigte Kultusministerin Marion Schick am Montag (1. November 2010) in Stuttgart an. Ziel müsse es sein, die Kinder und Jugendlichen von Anfang an zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu erziehen. "Wir müssen unseren Kindern frühzeitig und nachhaltig Wege eröffnen, die immer weiter expandierende medial-vernetzte Welt aktiv mitzugestalten."
01.11.2010 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergDas Landesmedienzentrum und der Medienzentrenverbund würden dazu ein Maßnahmenbündel umsetzen, mit dem der pädagogisch-didaktische Einsatz der neuen digitalen Medien in den Grundschulen quantitativ und qualitativ deutlich verbessert und ausgeweitet werden könnte, erläuterte Schick. Das Landesmedienzentrum beschäftige sich mit dieser Thematik schon seit längerer Zeit sehr intensiv und besitze viel Knowhow, das künftig noch stärker an die Lehrerinnen und Lehrer der Grundschulen weitergegeben werden solle, betonte die Ministerin und hob hervor, dass es sich dabei um ein freiwilliges Angebot seitens des Landes handle. "Es gibt keine Verpflichtung, jede Schule entscheidet vor Ort, ob und in welchem Umfang sie von diesem Angebot Gebrauch machen will."
Ziel sei es, auf der Grundlage des Bildungsplans für die Grundschulen einen Rahmenplan zu erarbeiten, der die Hinweise und Anknüpfungspunkte des Bildungsplans zusammenfasst, die medienpädagogische und methodisch-didaktische Grundlagen skizziert und konkrete Empfehlungen für die praktische Arbeit in den Grundschulen gibt. Darüber hinaus beraten die in jedem Landkreis in Baden-Württemberg am jeweiligen örtlichen Medienzentrum eingerichteten Medienberatungsstellen die Schulen und Lehrkräfte beim verantwortlichen Medieneinsatz im Unterricht. "Die Beratungsstellen werden künftig gezielt die Grundschulen unterstützen, die sich auf den Weg machen wollen oder schon gemacht haben", hob Schick hervor.
Das Landesmedienzentrum werde zudem ein flächendeckendes Angebot an Grundschulmedien aufbauen und eine geeignete Netzwerklösung bereitstellen, die speziell für kleine Grundschulen als Einstiegsmodell weiterentwickelt wird. "Denn durch den Einsatz neuer Medien im Unterricht verändern sich auch die Anforderungen an die Lehrkräfte, die sich nicht nur technisch, sondern auch medienpädagogisch mit den Möglichkeiten neuer Medien auseinandersetzen müssen", erklärte die Ministerin. Der Medienzentrenverbund werde daher vermehrt Fortbildungsangebote für Grundschullehrer und -lehrerinnen anbieten. Die Ministerin kündigte an, das Thema Medienbildung auch in die Prüfungsordnung des neuen Primarlehramts, das zum Wintersemester 2011/2012 starte, aufnehmen zu wollen.
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