Kultusministerium stellt Ergebnisse der Erhebung zum Unterrichtsausfall vor

Je nach Schulart sind zwischen 0,8 und 3,7 Prozent des im Stundenplan vorgesehenen Unterrichts im Zeitraum vom 27. November bis zum 8. Dezember 2006 an Bayerns Schulen ersatzlos ausgefallen. Dies ergab eine Erhebung, die das Bayerische Kultusministerium in diesem Zeitraum an Schulen der verschiedenen Schularten durchgeführt hatte.

14.02.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Die Statistik zeigt, dass die Bemühungen der Staatsregierung, den Unterricht zu sichern, Erfolg haben", unterstrich Kultusminister Siegfried Schneider. So hatte Bayern zu Beginn des laufenden Schuljahres 78 mobile Reserven, also festangestellte Lehrkräfte, im Bereich der Volksschulen mehr zur Verfügung gestellt als im Vorjahr.

In die Stichprobe waren 237 Volksschulen, 23 Volksschulen zur sonderpädagogischen Förderung, 51 Realschulen, 71 Gymnasien, 18 Fachoberschulen, 17 Berufsoberschulen, 5 Wirtschaftsschulen, 30 Berufsschulen und 41 Berufsfachschulen einbezogen worden. Die Auswahl richtete sich nach einem einstimmigen Votum des Bayerischen Landtags von 1999.

Am geringsten fiel der Unterricht an Volksschulen zur sonderpädagogischen Förderung mit 0,8 Prozent (Herbst 2005 ebenfalls 0,8 Prozent) aus, am höchsten lag der Ausfall an Gymnasien mit 3,7 Prozent (3,6 Prozent im Herbst 2005). An allgemeinen Volksschulen lag der Anteil des ersatzlos entfallenen Unterrichts bei rund 1,4 Prozent (1,5 Prozent im Herbst 2005), an Realschulen bei 2,4 Prozent (2,6 Prozent im Herbst 2005) und an Wirtschaftsschulen bei rund 2,3 Prozent (3 Prozent im Herbst 2005).

In der Regel verursachen Krankheit bzw. Kuren sowie Lehrerfortbildungen diese Abweichungen vom Stundenplan, wie die Befragung bei den Schulen ergab. Mit dem hohen Frauenanteil an unseren Schulen steigt auch die Anzahl der Schwangerschaften und der Mutterschaftsvertretungen. An Gymnasien fiel auch die Teilnahme von Lehrkräften an Klassenfahrten, Exkursionen und dienstlichen Veranstaltungen ins Gewicht.

Bayern stellte zum September 2006 insgesamt 2436 Mobile Reserven, also festangestellte Lehrkräfte, zur Verfügung. Diese sollen den Unterrichtsausfall ausgleichen. "Zum zweiten Schulhalbjahr werden zusätzlich 180 Planstellen für Mobile Reserven bereitgestellt", sagte Minister Schneider und ergänzte: "Für die anderen Schularten stehen Budgets zur Verfügung, mit denen die Schulleiter im Bedarfsfall Aushilfen beschäftigen können."

Ein Ausfallen als Folge unerwartet auftretender Erkrankungen wie an der Hauptschule Höchstadt/Aisch, an der 11 von 13 Lehrkräften plötzlich erkrankt waren, kann trotz des Einsatzes mobiler Reserven und der Bereitstellung von Geldern nicht immer kompensiert werden. Auch in diesen Fällen ist es aber das Ziel des Kultusministeriums, den Unterrichtsausfall möglichst gering zu halten.

Bereits im Schuljahr 1999/2000 sowie im vergangenen Schuljahr 2005/2006 hatte das Bayerische Kultusministerium jeweils über eine längere Zeitspanne repräsentative Daten zum Unterrichtsausfall gesammelt und ausgewertet. Die Anzahl der Unterrichtsstunden, die ohne Ersatz entfallen sind, konnte seit dem Jahr 2000 gesenkt werden.

Der Anteil der Stunden, die nicht entsprechend dem regulären Lehrplan gehalten werden konnten, sondern vertreten wurden, lag bei der Erhebung im November und Dezember 2006 - je nach Schulart - zwischen 4,2 Prozent bei Fachoberschulen und 8,2 Prozent bei Sonderschulen zur sonderpädagogischen Förderung.
Den Schulleitungen gelang es, dass die meisten Stunden, die aufgrund von Erkrankung bzw. Fortbildungsmaßnahmen der Lehrer nicht stundenplanmäßig gehalten werden konnten, nicht ersatzlos entfielen. "Ich danke den Schulleitern und den Lehrkräften, die die Vertretungsaufgabe organisieren und übernehmen", so Minister Schneider.

Im laufenden Schuljahr wird die reale Unterrichtsversorgung noch in einer zweiten Zeitspanne, nämlich vom 12. bis 23. März 2007, ermittelt. Ende 2006 war der Unterrichtsausfall erhoben worden:

  • für den Bereich der Volksschulen in jeweils einem Schulamtsbezirk je Regierungsbezirk, nämlich im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm (Oberbayern), in Niederbayern im Landkreis Kelheim, in der Oberpfalz im Landkreis Amberg-Sulzbach, in Oberfranken im Landkreis Bamberg, in Mittelfranken im Landkreis Nürnberger Land, in Unterfranken im Landkreis Aschaffenburg und in Schwaben in der Stadt Augsburg,

  • für die Volksschulen zur sonderpädagogischen Förderung im Regierungsbezirk Oberpfalz,

  • für die Realschulen und Gymnasien in den Ministerialbeauftragten (MB)-Bezirken Niederbayern und Mittelfranken,

  • für die Fachober- und Berufsoberschulen im MB-Bezirk Nordbayern

  • und für weitere beruflichen Schulen in den Regierungsbezirken Niederbayern und Unterfranken.


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