Kultusministerium weist Forderung nach mehr Lehrerstellen für berufliche Schulen zurück

Angesichts der äußerst angespannten Haushaltslage und den notwendigen Anstrengungen zur Haushaltskonsolidierung weist das Kultusministerium die Forderung der Berufsschullehrerverbände nach zusätzlichen Lehrerstellen im beruflichen Bereich zurück. Die Einführung einer Klassenlehrerstunde sowie die generelle Absenkung des Klassenteilers auf 24 ist ebenfalls aus Ressourcengründen nicht umsetzbar.

08.09.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

PRESSEMITTEILUNG Nr. 85/2006 8. September 2006 Die beruflichen Schulen haben von 2001 bis 2006 insgesamt rund 1.500 zusätzliche Lehrerstellen erhalten. Damit konnte das strukturelle Defizit in der Unterrichtsversorgung schrittweise auf einen historischen Tiefstand von aktuell 4,7 Prozent gesenkt werden. Ein großer Teil des noch bestehenden Defizits ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es für bestimmte Fächer und für bestimmte Regionen des Landes nicht genug qualifizierte Bewerber gibt. Die Berufsschullehrerverbände selbst haben in der heutigen Pressekonferenz die Kraftanstrengung des Landes im Bereich der Unterrichtsversorgung anerkannt.

Kultusministerium und Berufsschullehrerverbände sind sich im Ziel einer weiteren Verbesserung der Ausbildungsreife leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler einig.

Gerade im Hauptschulbereich gibt es bereits ein vielfältiges Förderangebot, das seit kurzem durch einen weiteren Baustein ergänzt werden kann. Das Kultusministerium hat gemeinsam mit der Wirtschaft im Projekt "Schub" (Schule und Betrieb) Lernmaterialien entwickelt, mit deren Hilfe sich Hauptschüler in Deutsch, Mathematik und Sozialkompetenzen gezielt auf die Anforderungen der Betriebe vorbereiten können. Insbesondere leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler haben in der Erprobungsphase mit Hilfe der Lernmaterialien beachtliche Lernfortschritte erzielt. Im neuen Berufseinstiegsjahr (BEJ) wird ebenfalls ein Schwerpunkt auf die Verbesserung von Basiskompetenzen gelegt.

Des Weiteren soll das Ganztagsangebot an Grund- und Hauptschulen weiter ausgebaut werden. Im Lauf der Legislaturperiode ist der Ausbau von weiteren 200 auf dann insgesamt 400 Ganztags-Hauptschulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung beabsichtigt. Diese Schulen erhalten für pädagogische Fördermaßnahmen zusätzliche Lehrerwochenstunden. Der Unterricht an beruflichen Schulen wird in der Regel bereits ganztägig erteilt.

Die Kritik der Berufsschullehrerverbände an der geplanten Abschaffung der steuerlichen Anerkennung des häuslichen Arbeitszimmers trifft mit der Landesregierung den falschen Adressaten. Die Entscheidung wird in Berlin vom Bundestag getroffen.


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