Kultusstaatssekretär Helmut Rau: Schulsport in Baden-Württemberg entwickelt sich in gutem Tempo weiter / Handlungsempfehlungen der SPRINT-Studie bereits umgesetzt
"Wir haben in Baden-Württemberg ein außerordentlich breites und interessantes Spektrum von Sport- und Bewegungsangeboten in den Schulen und im außerschulischen Bereich. Bei Pflicht und Kür kann sich das Land auch beim Schulsport sehen lassen", bilanzierte Kultusstaatssekretär Helmut Rau in Stuttgart anlässlich der Vorstellung der "SPRINT"-Studie des Deutschen Sportbundes zum Schulsport am Dienstag in Berlin.
05.07.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergRau begrüßte, dass der detaillierte schriftliche Bericht wesentlich differenzierter und sachlicher ausgefallen sei als die Kurzveröffentlichung im Dezember 2004. In der Studie wird unter anderem die hohe Akzeptanz des Schulsports bei allen am Schulleben Beteiligten, das hohe Engagement der Sportlehrkräfte und das vielfältige Angebot im außerunterrichtlichen Schulsport hervorgehoben. Helmut Rau unterstrich, dass Handlungsempfehlungen der Studie in Baden-Württemberg teilweise schon umgesetzt seien: "So sind zwischen 1996 und 2004 insgesamt 4.700 junge Sportlehrerinnen und Sportlehrer in den Schuldienst eingestellt worden. Die Einstellung von Sportlehrern liegt überproportional zu den Gesamteinstellungszahlen." Auch in der Modernisierung des Unterrichts habe sich in den vergangenen Jahren viel getan, was sich in den neuen Bildungsplänen niedergeschlagen habe, so Rau. Außerdem wurden beispielsweise im Rahmen der Schulsportoffensive seit 2001 Konzeptionen zum Klettern oder zum schulischen Inline-Skaten entwickelt und Lehrkräfte dafür eigens ausgebildet.
"Der Schulsport im Sportland Baden-Württemberg wurde und wird beständig weiter entwickelt, sowohl inhaltlich als auch im Personaleinsatz", sagte Rau. Der Staatssekretär hob dabei auch die gute Unterrichtsversorgung besonders in den Grundschulen hervor. So seien 2004 von den vorgesehenen rund 59.000 Sportstunden lediglich 0,5 Prozent (269 Stunden) ausgefallen. Dem stünden jedoch 842 Sportstunden in Arbeitsgemeinschaften gegenüber. Noch besser seien die Werte in den Gymnasien.
In den meisten Schulen des Landes werden den Schülern drei Sportstunden erteilt. Lediglich in einzelnen Klassenstufen wird Sport zweistündig unterrichtet.
Staatssekretär Rau hob den großen Erfolg des Projekts "Grundschulen mit sport- und bewegungserzieherischen Schwerpunkten" hervor. Mehr als 350 Grundschulen praktizieren bereits dieses Konzeption, die eine Verankerung von Sport, Spiel und Bewegung im Schulprogramm ebenso beinhaltet wie tägliche Bewegungszeiten, bewegungsorientierte Pausengestaltung und außerschulische Sportangebote. Bis Ende 2006 sollen alle Grundschulen im Land eingebunden sein. Rau verwies auch auf weitere Impulse zur Weiterentwicklung des Schulsports wie die Schülermentorenprogramme, in denen bislang mehr als 8000 Schülerinnen und Schüler ausgebildet wurden, auf die Sportprofile in weiterführenden Schulen und auf die gut funktionierenden Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen.
Zur Diskussion um fachfremd erteilten Sportunterricht merkte Rau an, dass dies sehr differenziert gesehen werden müsse. So sei dass Klassenlehrerprinzip in den Grundschulen ein wichtiges pädagogisches Instrument. Die Klassenlehrer hätten eine Lehrbefähigung für alle Fächer. Gleichwohl sei das Kultusministerium bestrebt, auch in der Grundschule Sport durch Lehrkräfte zu erteilen, die auch Sport studiert haben. Die in der Öffentlichkeit genanten Zahlen von bis zu 70 Prozent fachfremd erteilten Sportunterrichts nannte Rau "fragwürdig". Diese Zahlen würden nur dann stimmen, wenn jeder ausgebildete Sportlehrer nur drei Stunden seines Deputats auch Sport unterrichte. Laut Statistik könne jede Sportstunde von einem ausgebildeten Sportlehrer erteilt werden, wenn alle Sportlehrer mit rund 11,5 Stunden ihres Deputats auch im Sport eingesetzt würden, so Rau. Demnach sei es auch eine Frage der Schulorganisation vor Ort, wie Sportunterricht erteilt werde.
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