Kunst.Klasse. 2011/12 jetzt auch in Mecklenburg-Vorpommern
Allgemein bildenden Schulen in Baden-Württemberg und in Mecklenburg-Vorpommern soll es ermöglicht werden, ihren Schülern über den Regelunterricht hinaus Kunstprojekte anzubieten, um künstlerische Talente bei Kindern zu entdecken und zu entfalten. Die Stiftung Ravensburger Verlag rief zwei landesweite Förderprogramme ins Leben, für die sich ab sofort Schulen aller Schularten für 3. bis 6. Klassen bewerben können. Eine Jury entscheidet darüber, welche Projekte Mittel der Stiftung erhalten sollen. Es ist die zweite Förderaktion dieser Art, die erste für das Schuljahr 2009/10 hatte Modellcharakter und war nur für Schulen in Baden-Württemberg ausgeschrieben worden.
15.02.2011 Pressemeldung Gemeinnützige Stiftung Ravensburger VerlagKunstprojekte helfen Kreativität zu entfalten und Talente zu fördern
"Künstlerisch-ästhetisches Lernen hat eine besondere Bedeutung für die individuelle Entwicklung von Kindern und für den Erwerb kultureller Bildung", begründet die Stiftungsvorsitzende Dorothee Hess-Maier das Engagement. "Leider gibt es auf diesem Gebiet häufig ein Defizit, weil für die Kinder in Zeiten von PISA kognitive Inhalte im Vordergrund stehen. Nicht selten geht es sogar in den musischen und sportlichen Fächern nur noch um Leistung. Die Teilnahme an einem künstlerischen Projekt außerhalb des Pflichtunterrichts kann dazu beitragen, dass die Jungen und Mädchen – ohne Leistungsdruck – kreativ sein können." Sie hoffe, dass Lehrer und Eltern das wiederholte Angebot "Kunst.Klasse." als Chance betrachten. In der ersten Ausschreibung hatten sich 65 baden-württembergische Schulen beworben, 18 Projekte waren mit mehr als 42.000 Euro von der Stiftung gefördert worden.
Mehr Chancen für Kinder, Kunst zu begegnen
Neben Baden-Württemberg bietet die Stiftung Ravensburger Verlag diesmal eine eigene Ausschreibung für Schulen in Mecklenburg-Vorpommern an. Die besonderen Bedingungen in diesem Flächenland führten zu dieser Entscheidung. Das Freizeitbudget der Kinder und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern, das mit 23,1 % die höchste Armutsgefährdungsquote aller Länder aufweist, ist niedrig.
Freizeitbudget für Kinder klein, weite Entfernungen, wenige Museen
Die schmale familiäre Geldbörse und auch die weiten Entfernungen im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern haben zur Folge, dass Kinder selten Museen besuchen, bildender Kunst und Künstlern generell nicht häufig begegnen. Zu diesen schlechten Voraussetzungen für künstlerische Bildung kommt noch, dass Mecklenburg-Vorpommern im Ländervergleich ohnehin über die niedrigste Zahl von Museen verfügt (unter 200, in Baden-Württemberg rund 800). (Quellen: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpomnmern; Institut für Wirtschaftsforschung Halle; KMK)
Die Jurys für Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern
Folgende Künstler, Kunstpädagogen und Kunsthistoriker beurteilen die Qualität der eingereichten Bewerbungen aus den Schulen:
Für beide Bundesländer:
- Max Hollein (Direktor Städel Museum, Schirn Kunsthalle, Liebighaus Skulpturensammlung, Frankfurt am Main)
- Irmela Maier (Freischaffende Bildhauerin in der Ateliergemeinschaft Wilhelmshöhe, Ettlingen)
- Gudrun Teumer-Schwaderer (Kunsterzieherin und Schulleiterin Klosterwiesenschule Baindt, Grund- und Hauptschule)
Zusätzlich für Baden-Württemberg:
- Ingrid Merkel (Leiterin der Landesakademie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater Schloss Rotenfels, Gaggenau)
- Professor Dr. Martin Oswald (Professor für das Fach Kunst und seine Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Weingarten)
- Hartmut Preuß (Kunsterzieher am Hölderlin-Gymnasium Stuttgart, Beauftragter des BDK-Fachverbandes für Kunstpädagogik e. V. Baden-Württemberg)
Zusätzlich für Mecklenburg-Vorpommern:
- Birgit Baumgart (Museumspädagogin am Staatlichen Museum Schwerin, Vorsitzende des BDK-Fachverbandes für Kunstpädagogik e. V. Mecklenburg-Vorpommern)
- Nikolaus Bois (Fachreferent im Landesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern)
- Prof. Michael Soltau (Lehrstuhl für Bildende Kunst, visuelle Medien und ihre Didaktik am Caspar-David-Friedrich-Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald)
Ministerien und Fachverbände unterstützen das Förderprogramm
Das Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern, das Kultusministerium Baden-Württemberg, das Landesinstitut für Schulentwicklung Stuttgart und die BDK-Fachverbände für Kunstpädagogik e. V. der beiden Bundesländer unterstützen das Stiftungsprojekt Kunst.Klasse durch Veröffentlichungen in ihren Fachmedien.
Zum Bewerbungs-Verfahren
Schulen mit Schüler/innen der Klassen 3 bis 6 (8- bis 12jährige Kinder) aller Schularten können sich mit einem Antragsformular um Fördermittel für das Projekt im Schuljahr 2011/12 bewerben. Sie machen in diesem Antrag Angaben zum Konzept und zur geplanten Realisierung. Einsendeschluss ist der 30. April 2011. Die Jury bewertet die Anträge und wählt diejenigen Projekte aus, die Fördermittel erhalten sollen. Es stehen pro bewilligtem Antrag zwischen 1000 und 3000 € zur Verfügung. Bis Ende Juni 2011 – also vor Beginn der Sommerferien und der neuen Stundenplanungen – werden die Preisträger benachrichtigt.
Weitere Informationen, Download der Informationsbroschüren
und des Antragsformulars unter www.kunstklasse.com
Info-Telefon für Bewerber 0751 / 861-756
Ansprechpartner
Gemeinnützige Stiftung Ravensburger VerlagPostfach 1860
88188 Ravensburg
Web: http://www.stiftung.ravensburger.de
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