Realschullehrer Bayern

Länderfinanzausgleich auf dem Rücken bayerischer Schüler und Lehrer!

"Im selben Augenblick, in dem wir unseren Junglehrern mitteilen müssen, dass sie auch bei bester Qualifikation kein Beschäftigungsangebot vom bayerischen Staat erhalten, erfahren wir, dass allein Bayern nun mehr als die Hälfte der Folgen falscher Politik in anderen Bundesländern über den Länderfinanzausgleich zu finanzieren hat - oder ist der Zeitpunkt bewusst so gesetzt, um den Stellenabbau und die geplanten Einsparmaßnahmen in Bayern zu rechtfertigen? Wir sind nicht länger bereit zuzusehen, wie unsinnige Reformen und Luxusmaßnahmen anderer Bundesländer auf Kosten bayerischer Schüler und Lehrkräfte stattfinden."

16.01.2014 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Mit dieser Bemerkung am Rande der Klausurtagung des Vorstands des Bayerischen Realschullehrerverbandes kommentiert der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbandes, Anton Huber, die jüngsten Meldungen zu den Beschäftigungsmöglichkeiten für Junglehrer und zum Länderfinanzausgleich.

Huber ergänzt: "Bereits im Herbst letzten Jahres haben Realschullehrer auf die äußerst prekäre Beschäftigungssituation für Junglehrer hingewiesen, als nur gut jeder zehnte bestens ausgebildete Realschullehrer ein Beschäftigungsangebot erhielt. Wir müssen angesichts der aktuellen Ankündigungen der Bayerischen Staatsregierung befürchten, dass in den kommenden Jahren Tausende Realschullehrer arbeitslos werden."

Huber befürchtet, dass die Beschäftigungsmöglichkeit in Bayern in den nächsten Jahren gegen Null gehen wird. Die Staatsregierung will ernsthaft sogar die demografische Rendite einziehen. Das bedeute laut Huber, dass man Lehrerstellen abbaut, indem man beispielsweise durch Pensionierung ausscheidende Lehrkräfte nicht ersetzt. Eine derart gravierende Entscheidung macht die Zukunftschancen bestens qualifizierter junger Lehrer kaputt.

Zudem bedeutet eine solch falsche Prioritätensetzung, dass die Staatsregierung offenbar kein Interesse daran hat, die auf dem Rücken der Realschule eingeführten Sparmaßnahmen der Vergangenheit zurückzunehmen. Erinnert sei beispielsweise an die Unterrichtskürzungen von drei Wochenstunden seit mehr als zehn Jahren an der R6 oder an die annähernd 1 000 übergroßen Klassen mit mehr als 30 Schülern. Huber: "Wir fordern die Entscheidungsträger angesichts der vollen Kassen in Bayern dazu auf, die Forderung von Bildungsminister Dr. Spaenle zu erfüllen und keine weiteren Stellen abzubauen. Darüber hinaus müssen an der Realschule in den kommenden sechs Jahren 2 000 zusätzliche Stellen geschaffen werden, um unseren Nachholbedarf der vergangenen Jahre nun endlich auszugleichen. Der Länderfinanzausgleich darf hier keine Ausrede sein, um auf Kosten der bayerischen Schüler Einsparmaßnahmen umzusetzen.

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