Landeselterninitiative: Gesetzentwürfe zeigen keinen Qualitätsfortschritt
Der Landtag beschäftigt sich morgen (23.3.2011) in erster Lesung mit den von der Regierung eingebrachten Gesetzentwürfen zur Änderung der Verfassung und schulrechtlicher Gesetze zur Einführung der Gemeinschaftsschule. Die Landeselterninitiative für Bildung sieht in dem Regelwerk keinen Fortschritt für die Qualität von Unterricht und Lernen an den Schulen.
22.03.2011 Pressemeldung Landeselterninitiative für Bildung e.V."Wir können nach den Gesetzeswortlauten nicht sehen, was sich qualitativ hinter den Türen der neuen Schulform tatsächlich verändern wird", sagte Bernhard Strube, der Sprecher der Initiative. Als richtigen Ansatz sehen es die Eltern zwar, dass Hauptziel der neuen Schulform, die neben dem Gymnasium als gleichwertig eingerichtet wird, die individuelle Förderung der Kinder sein soll und dass die Schulen ein hohes Maß an Selbständigkeit und Gestaltungsspielraum erhalten sollen. Doch finden sie es falsch, dies nur in die Begründung des Gesetzes hinein schreiben, die später keiner mehr fände. Die neue Kultur der Schule gehöre im Gesetz zum Ausdruck gebracht.
Die Landeselterninitiative kritisiert, dass keine gesetzliche Regelung zur Schüler-Lehrer-Relation und damit mehr Lehrerzeit sowie kleineren Klassen getroffen wird und dass die Landesregierung mit den Gesetzesvorlagen ihr Versprechen nicht einlöst, das Kriterium der Dreizügigkeit als Voraussetzung für die Einrichtung weiterführender Schulen aus dem Schulordnungsgesetz zu streichen. (Koalitionsvertrag Seite 11: "Das saarländische Schulordnungsgesetz wird mit dem Ziel einer integrierten Schulentwicklungsplanung dahingehend geändert, dass das Kriterium der Zügigkeit entfällt.") "Dieses und die Ankündigungen von Bildungsminister Kessler bei den sog. Bildungsgipfeln, bei einem Klassenteiler von 29 Schülern je Klasse für die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen zu bleiben, nähren unsere Vermutung, dass die Verfassungsänderung das trojanische Pferd für Schulschließungen und Einsparungen bei den Lehrern ist", so der Sprecher der Elterninitiative.
An der neuen Gemeinschaftsschule, wenn sie denn die soziale Auslese abbauen oder gar beseitigen soll, ist nach Auffassung der Eltern mehr Lehrerzeit von Nöten, weil sie alle Schüler aufnehmen muss, die nicht zum Gymnasium gehen, und deshalb wesentlich heterogenere Schülergruppen aufweist. Solange die pädagogische Qualität der Schule mit einem Konzept für Lerndiagnose sowie Förderung und einer besseren Schüler-Lehrer-Relation nicht verbindlich bestimmt ist, können Eltern und Schüler die Gemeinschaftsschule nicht als gleichwertige Schulform neben dem Gymnasium sehen. Die Landesregierung hätte ihr Ziel nicht erreicht.
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