"Lehrer sind Sprachvorbilder"

"Die Lehrkraft muss wissen, dass sie das wichtigste Sprachvorbild ist. Sie muss sich ihrer Vorbildfunktion in jedem Satz, den sie äußert, bewusst sein", erklärt Dr Stefan Jeuk. Der Professor von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg hat den Spracherwerb im Grundschulalter erforscht. Seine Erkenntnisse sind jetzt in ein neues Grundschulbuch eingeflossen.

23.02.2011 Pressemeldung Cornelsen Verlag GmbH

"Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, die dass sich Kinder mit Migrationshintergrund der deutschen Sprache so nähern, wie das auch Kinder im Erstspracherwerb tun. Die Abfolgen und Entwicklungsschritte - was wird als Erstes gelernt, was schließt daran an - sind sehr ähnlich." Daran könne sich der Lehrer auch bei Kindern orientieren, die mit einer anderen Muttersprache oder auch zweisprachig aufgewachsen sind, so Jeuk. "Mit der Ausnahme allerdings, dass es bestimmte sprachliche Bereiche gibt, die für mehrsprachige Kinder besonders schwierig sind. Und genau das wird in dem Lehrwerk der, die, das berücksichtigt.

"Prinzipiell ist jeder Unterricht Sprachunterricht", sagt Claudia Drews. Die Grundschullehrerin ist Autorin der Mathematikbücher aus dieser Lehrwerksreihe. Sie tragen den Titel 1, 2, 3 und sind besonders für Schulen geeignet, die von vielen Kindern mit Deutsch als Zweitsprache besucht werden. "Aber", so die Autorin, "jedes Kind braucht Sprachförderung im Mathematikunterricht." Ähnliches gilt für das Deutschbuch, meint Stefan Jeuk. Er geht davon aus, dass es an allen Grundschulen - und nicht nur an sogenannten Brennpunktschulen eingesetzt wird, denn schließlich erfüllt es die Bildungsstandards. "Aber wir orientieren uns eher an den Kindern, die noch Deutsch lernen müssen und an denen, die etwas mehr Zeit benötigen, Differenzierungsmaterial nach ´oben` bieten wir natürlich an. Der klassische Zugang ist meist, dass man sich an der Mitte orientiert. Ich würde sogar behaupten, die klassischen Schulbücher orientieren sich eher an der ´oberen` Leistungsgrenze und bieten Differenzierungsmaterial nach ´unten`. Wir haben das tendenziell gedreht."

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