´Mathe macht stark´ trifft ´Mathe sicher können`: Startschuss für die Kooperation des IQSH-Projekts mit einer Initiative der Deutsche Telekom Stiftung
Mathematisch leistungsschwache Schülerinnen und Schüler benötigen eine besondere Begleitung durch ihre Lehrkräfte. Die Lehrkräfte müssen in der Lage sein, Lernprozesse zu initiieren und diagnostizierend zu begleiten. Gute Unterrichtsmaterialien sowie gezielte Fortbildungen können sie bei dieser anspruchsvollen Aufgabe unterstützen. Schleswig-Holstein hat dafür 2009 das Projekt ´Niemanden zurücklassen – Mathe macht stark` ins Leben gerufen. Nun wurde eine Kooperationsvereinbarung des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) mit der Technischen Universität (TU) Dortmund abgeschlossen: Ab dem Schuljahr 2014/15 können für das schleswig-holsteinische Projekt ´Mathe macht stark` auch die Diagnose- und Fördermaterialien eingesetzt und verbreitet werden, die von der TU Dortmund im Projekt ´Mathe sicher können` entwickelt wurden. Das Projekt wurde von der Deutsche Telekom Stiftung initiiert und finanziert. Beide Projekte, ´Mathe macht stark` und ´Mathe sicher können`, haben zum Ziel, mathematische Basiskompetenzen und Grundvorstellungen bei leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern in der Grundschule sowie an weiterführenden Schulen zu entwickeln und sicherzustellen.
25.03.2014 Pressemeldung Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen IQSHWir sind mit unserem wissenschaftlich evaluierten Projekt ´Niemanden zurücklassen ‒ Mathe macht stark` in Schleswig-Holstein seit einigen Jahren sehr erfolgreich damit, die Zahl der Risikoschülerinnen und -schüler zu reduzieren", sagte Dr. Thomas Riecke-Baulecke, Direktor des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein. "Zudem haben wir mit der seit dem Schuljahr 2013/14 eingeführten Projektsäule für die Grundschulen in den Klassenstufen 1 bis 2 die präventive Arbeit in den Blick genommen", so Riecke-Baulecke. Inzwischen nähmen 100 Grundschulen und 152 weiterführende Schulen an ´Mathe macht stark` teil. "Durch diese neue Kooperation profitieren beide Seiten – jetzt ist die systematische Begleitung der Schülerinnen und Schüler von der Eingangsphase bis zum Abschluss der Sek. I möglich und die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren profitieren von den gemeinsamen, fachwissenschaftlich fundierten Fortbildungen", erläuterte Riecke-Baulecke die Motive für den Abschluss des Kooperationsvertrages.
"Die Universität Dortmund hat die Materialien in vierjähriger Arbeit mit breiter fachdidaktischer Expertise entwickelt, erprobt und erforscht", berichtete Prof. Dr. Susanne Prediger, Projektleiterin von ´Mathe sicher können´. "Wir wissen jetzt sehr genau, welche Schwierigkeiten typischerweise auftauchen, zum Beispiel zum Stellenwertsystem. Und wir haben durch mühevolle Analysen herausgefunden, wie man den Lernenden am besten helfen kann. Von dieser Expertise profitieren nun auch schleswig-holsteinische Lehrkräfte, um möglichst fokussiert fördern zu können", so Prediger.
"Mit unserem Projekt ´Mathe sicher können´ kümmern wir uns um die 20 Prozent der Jugendlichen, die laut PISA-Studie am Ende der Regelschulzeit zum Teil nur auf Grundschulniveau rechnen", erklärte Dr. Ekkehard Winter, Geschäftsführer der Telekom-Stiftung. "Die Verbreitung der Materialien und Fortbildungen über die gezielte Kooperation mit Schleswig-Holstein ist ein wichtiger Schritt, diesen Missstand zu beheben."
Als Auftakt der Kooperation wurde ´Mathe sicher können´ im März auf einer zweitägigen Tagung in Kiel vorgestellt und 80 IQSH-Aus- und Fortbildner/innen in schulart-gemischten und schulart-spezifischen Workshops mit dem ´Mathe sicher können`-Konzept und den Materialien vertraut gemacht. Ab dem Schuljahr 2014/15 soll der Ansatz dann durch geschulte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren regulär in die IQSH-Fortbildung und insbesondere in die strukturell bereits seit 2012 (Sek. I) und 2013 (Grundschule) etablierte Qualifizierungsmaßnahme zum Mathe-Coach integriert werden. Mathe-Coachs sind vom IQSH in neun Monaten qualifizierte und zertifizierte Lehrkräfte, die anschließend vor allem über eine erweiterte diagnostische Kompetenz verfügen. Die Mathe-Coachs sind an den am Projekt beteiligten Schulen Ansprechpartner für die Förderung der leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler. Geplant ist weiterhin, die zusätzlichen ´Mathe sicher können`-Materialien zunächst an fünf ´Mathe-macht-stark-Schulen` zu erproben.
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