Mathe sicher können: Unterrichtsentwicklung an Schulen
„Mathe sicher können“ ist ein in vom Deutschen Zentrum für Lehrerbildung Mathematik (DZLM) entwickeltes und in mehreren Bundesländern umgesetztes Programm, mit dem Risikoschülerinnen und -schüler gefördert werden sollen.
12.04.2024 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)Im IQB Bildungstrend Grundschule hatten sich die Hamburger Schülerinnen und Schüler im Bereich „Mathematik“ von Platz 14 (2011) auf Platz 8 (2022) bereits deutlich verbessert. Gleichzeitig stellte die Lernstandserhebung aber für die Schülerinnen und Schüler der 4. Klassenstufe auch fest, dass etwa 21 Prozent von ihnen mit so großen mathematischen Defiziten an die weiterführenden Schulen kommen, dass ein erfolgreiches Weiterlernen in diesem Fach nicht möglich ist. In verschiedenen Hamburger KERMIT-Untersuchungen zu mathematischen Leistungsverläufen hat sich gezeigt, dass diese Gruppe über den Verlauf der Sekundarstufe I (Klasse 5-10) konstant im unteren Leistungsbereich verbleibt und nur wenig dazulernt. Es besteht also deutlicher Handlungsbedarf und das Programm „Mathe sicher können“ ist ein wichtiges Werkzeug, um hier nachhaltig gegenzusteuern.
Schulsenatorin Ksenija Bekeris: „Basale mathematische Kompetenzen sind inzwischen in nahezu allen Belangen des Lebens eine unabdingbare Voraussetzung. Mathematik hat zweifellos eine große Bedeutung, für uns alle und für unsere Gesellschaft. Denn wer nicht gut rechnen kann, wird schwieriger in verschiedene Ausbildungs-, Studien- und Berufszweige finden. Aber auch für jeden Einzelnen und jede Einzelne ist das Verstehen mathematischer Zusammenhänge wichtig, denn wer von Anfang an nicht gut rechnen kann, wird später weiter Schwierigkeiten haben, mathematische Zusammenhänge zu erkennen. Wer nicht die Grundlagen beherrscht, wird weniger gern in den Mathematikunterricht kommen. Manche Schülerinnen und Schüler entwickeln sogar ein negatives Verhältnis zur Mathematik und tragen das im weiteren Bildungs- aber auch Lebensverlauf weiter. Das Programm „Mathe sicher können“ unterstützt Hamburgs Lehrkräfte insbesondere darin, grundlegenden Mathematikkompetenzen bei denjenigen Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, bei denen sonst ein erfolgreiches Weiterlernen in Mathematik nicht möglich ist.“
Mit „Mathe sicher können“ soll den Kindern mit spezieller Förderung in Kleingruppen der Anschluss an den Regelunterricht ermöglicht werden. Lehrkräfte erproben dabei, wie die Förderung der grundlegenden Mathematikkompetenzen in der Hamburger Schullandschaft auch systemisch sinnvoll umzusetzen ist. Dazu wurden spezielle Unterrichtsmaterialien zunächst für Kleingruppenarbeit wissenschaftlich entwickelt. Um diese didaktisch anspruchsvolle Aufgabe durchzuführen, werden Mathematiklehrkräfte zwei Jahre zu „Mathe sicher können“-Trainerinnen und -Trainern weitergebildet. Die Erkenntnisse sollen genutzt werden, um ein nachhaltiges Entwicklungskonzept im Mathematikunterricht zu verankern. Von den Erfahrungen und Reflektionen profitieren in Hamburg heute schon insgesamt die Hälfte aller staatlichen Stadtteilschulen und auch neun Gymnasien.
Insgesamt 54 weiterführende Hamburger Schulen haben die Zertifizierung „Mathe sicher können“ bereits abgeschlossen, 31 sind jetzt zertifiziert worden und weitere sieben noch im Zertifizierungsprozess.
Gezielte Initiativen zur Verbesserung der Kernkompetenzen Mathematik
- Die Mindeststundenzahl in Mathematik (und Deutsch) in der Grundschule wurde auf 5 pro Woche erhöht.
- Mathematikoffensive: Hamburg setzt die Vorschläge einer Mathematik-Expertenkommission konsequent um (Fachlehrerprinzip: Nur wer Mathe studiert oder eine besondere Fortbildung besucht hat, darf Mathe unterrichten / Fortbildungsprogramm für Mathe-Fachlehrkräfte / Förderprogramm „Prima“ für leistungsstarke Schüler / Förderprogramm für leistungsschwache Schüler / mehr Mathematikunterricht / Einführung von Vergleichsarbeiten)
- Bildungsoffensive Vorschule: Mit einem neuen, konkreteren Bildungsplan und einer Handreichung für guten Unterricht wurde der Unterricht in der Vorschule für 5-Jährige stärker auf Deutsch und Mathematik konzentriert. Rund 60 Prozent aller Fünfjährigen besuchen die Vorschule.
- Die Kompetenzen aller Schüler in Deutsch, Mathematik und Englisch werden jedes Jahr in den Klassenstufen 2, 3, 5, 7, 8 und 9 mit standardisierten wissenschaftlichen Tests („KERMIT-Tests“) überprüft. Ergebnisse und Verbesserungsvorschläge werden in jährlichen Gesprächen zwischen der Schulaufsicht (Schulrat) und der Schulleitung erörtert.
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