Mehr Lehrer/innen auch für Real- und Sonderschulen
"Die insgesamt erfreulichen Einstellungszahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass in diesem Jahr in Baden-Württemberg erstmals seit vielen Jahren 1.000 Lehrerstellen gestrichen werden und für den Ausbau von Ganztagsschulen, die Umsetzung der Inklusion, bessere Förderung in den Grundschulen und viele andere Reformen keine Ressourcen vorhanden sind", sagte am Donnerstag (06.06.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
06.06.2013 Pressemeldung GEW Baden-WürttembergDie Neueinstellungen im Jahr 2013 sind alle Ersatzeinstellungen für Lehrer/innen, die in Pension gehen oder aus anderen Gründen aus dem Schuldienst ausscheiden.
Die Bildungsgewerkschaft macht sich unter anderem für Korrekturen bei den Einstellungen für die Real- und Sonderschulen stark. "Die relativ guten Zahlen für die Gymnasien und Beruflichen Schulen freuen uns. Es ist aber nicht zu erklären, warum für die vollen Klassenzimmer in den Realschulen mit einer sehr heterogenen Schülerschaft und für die Sonderschulen mit dem höchsten strukturellen Unterrichtsdefizit weniger Lehrkräfte als im Vorjahr eingestellt werden", sagte Moritz.
Die GEW setzt sich für eine klare Perspektive für angehende Grund- und Hauptschullehrer/innen ein. "Die Studierenden an den Pädagogischen Hochschulen für diese Schularten hängen völlig in der Luft und erwarten klare Aussagen für ihre Zukunftsplanung", sagte Moritz.
Die Bildungsgewerkschaft kritisiert, dass in zwei Monaten erneut bis zu 2.000 befristet eingestellte Lehrer/innen arbeitslos werden, weil die Landesregierung sich weigert, diese Pädagog/innen in den Sommerferien zu bezahlen. "Diese meist jungen Lehrerinnen und Lehrer haben unter oft schwierigen Bedingungen die Unterrichtsversorgung halbwegs stabil gehalten. Die meisten werden ab September wieder am Lehrerpult benötigt, aber jetzt trotzdem von der Landesregierung zum Arbeitsamt geschickt. So geht kein guter Arbeitgeber mit seinen Fachkräften um. Auch die Schulleitungen und die betroffenen Eltern hängen in der Luft", sagte Moritz.
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