Mehr Zeit für Bildung
Das hessische "Ganztagsprogramm nach Maß", mit dem Kultusministerin Karin Wolff seit dem Jahr 1999 die Zahl der Schulen mit Ganztagsangeboten bereits mehr als verdoppelt hat, wird nun erstmals in einer Broschüre vorgestellt. Das 50 Seiten starke Heft im DIN A 4-Format, herausgegeben vom Hessischen Kultusministerium, trägt den Titel "Ganztägig arbeitende Schulen. Mehr Zeit für Bildung" und wird zurzeit an Schulen und an die Einrichtungen der Lehrerausbildung und -fortbildung in Hessen verteilt.
04.03.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenDas "Ganztagsprogramm nach Maß" orientiert sich unmittelbar an dem Bedarf vor Ort und stellt so eine Alternative zu Vorstellungen von einer einheitlich verordneten Ganztagsschule dar, weil es ganz bewusst die 32 hessischen Schulträger als Verantwortliche für die regionale Bildungsplanung mit einbezieht. Die Mitglieder der Schulgemeinde beantragen über ihre Organe der Mitbestimmung - Schülervertretung, Schulelternbeirat, Gesamtkonferenz und Schulkonferenz - und schließlich über den Schulträger die Aufnahme in das Programm. Schulaufsicht und Schulträger legen die Prioritäten für den Bedarf und die Dringlichkeit der einzelnen Anträge fest.
Die neue Broschüre informiert über die rechtlichen Grundlagen und die Philosophie des Landesprogramms ebenso wie über die Möglichkeiten der Förderung nach dem Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" (IZBB) des Bundes. Neben juristischen Texten und erläuternden Beiträgen enthält sie die Adressen der Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den 15 Staatlichen Schulämtern, die interessierte Schulen beraten können. Zudem wird das pädagogische Begleitprogramm durch die hessische Lehrerfortbildung und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung vorgestellt.
Schließlich, und das wird für Halbtagsschulen, die sich zu einer ganztägig arbeitenden Schule entwickeln möchten, besonders interessant sein, stellen sich mögliche Kooperationspartner für die Nachmittagsangebote vor - von der Arbeiterwohlfahrt bis zur Verbraucherzentrale: Kirchen, Kulturinstitute, Sportvereine und Umweltverbände skizzieren in kurzen Portraits ihrer Organisationen und welche Beiträge sie als Kooperationspartner von Ganztagsschulen erbringen können. Ansprechpartner werden genannt - ganz praktisch mit Namen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.
Hessen ist so im Begriff, Schritt für Schritt Ganztagsangebote in einem Umfang aufzubauen, der dem Bedarf in den Städten und Landkreisen gerecht wird. Bisher sind es 290 Schulen, die mit Hilfe zusätzlicher Lehrerstellen und finanzieller Mittel ganztägig arbeiten. Die Ausweitung erfolgt ausschließlich auf freiwilliger Basis. Unterschiedliche Formen von ganztägig arbeitenden Schulen - Schulen mit Pädagogischer Mittagsbetreuung sowie Kooperative Ganztagsschulen in offener oder gebundener Form - erlauben es, passgenau auf die Bedürfnisse vor Ort einzugehen. Ergänzt wird das Landesprogramm durch das IZBB-Programm, mit dem der Bund Finanzhilfen für den Bau und die Sachausstattung an Ganztagschulen zur Verfügung stellt.
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