Mein Leben für eine pädagogische Schule – Erinnerungen im Spannungsfeld von Wissenschaft, Weltanschauung und Politik

Dr. Wilhelm Ebert ist eine der prägenden Gestalten der bayerischen, deutschen und internationalen Bildungspolitik, seit mittlerweile 60 Jahren ist er ein beharrlicher Streiter für eine demokratische Schule, für Bildung als Bürgerrecht und Chancengleichheit für alle. Wichtig war Ebert dabei stets die Ausrichtung der Schulen an humanen Werten und internationale Verständigung. Vieles, was uns heute als selbstverständlich erscheint, hat er mit auf den Weg gebracht; etwa die christliche Gemeinschaftsschule (Abschaffung der Konfessionsschule) sowie die Integration der Lehrerausbildung in die Hochschulen.

18.12.2009 Pressemeldung Klinkhardt Verlag
  • © E.M. Lang

Ebert, er feiert in wenigen Monaten seinen 87. Geburtstag, gilt als zentrale Persönlichkeit, die in der weltweiten Lehrerbewegung eine große Rolle gespielt hat. Ob als Junglehrervertreter, BLLV-Präsident oder Weltlehrerpräsident - immer überzeugte er als kreativer Gestalter, mutiger Macher und professioneller Verbandspolitiker.

Im November 2008 wurde Ebert mit dem Waldemar-von-Knoeringen-Preis ausgezeichnet. Laudator Dr. Hans-Jochen Vogel, Bundesminister a. D., charakterisierte Ebert bei der Preisverleihung "als einen Menschen, auf den man immer zählen konnte, wenn es um mehr Freiheit, um mehr Gerechtigkeit, um mehr Solidarität ging, wenn es darum ging, der Chancengleichheit für alle jungen Menschen ohne Ansehen der Herkunft, des religiösen Bekenntnisses oder auch der Hautfarbe zum Durchbruch zu verhelfen."

Ebert stand von 1955 bis 1962 und von 1967 bis 1984 an der Spitze des BLLV. Seit 1984 ist er Ehrenpräsident des BLLV. Ebert hatte das Amt des Bundesvorsitzenden des von ihm 1974 initiierten und gegründeten Verbands Bildung und Erziehung (VBE) ebenso inne wie das des Präsidenten der Weltlehrerorganisation (WCOTP).

Biografische Daten:

  • Wilhelm Ebert wurde am 6. Mai 1923 in Fleißen im Egerland geboren. Er besuchte in Fleißen die Volks- und Bürgerschule, später die Oberrealschule und die Lehrerbildungsanstalt in Eger. 1942 legte er die erste Lehramtsprüfung ab.
  • 1942 bis 1945 Militärdienst im zweiten Weltkrieg
  • 1945 bis 1947 verbrachte er in französischer Kriegsgefangenschaft.
  • 1947 trat Ebert in den bayerischen Schuldienst ein, im selben Jahr heiratete er. Die Geringschätzung seines Berufsstandes durch Amtsautoritäten, Politiker und Kirchenvertreter veranlasste ihn, sich öffentlich zu engagieren.
  • 1948 bis 1952 war er erster Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ).
  • 1953 bis 1955 leitete er die Schulpolitische Hauptstelle des BLLV.
  • Von 1955 bis 1962 und von 1967 bis 1984 war er Präsident des BLLV, 1958 bis 1972 ständiger Vertreter des Weltverbandes der Lehrerorganisationen (WCOTP) und bei der UNESCO in Paris, ab 1972 Vorstandsmitglied, von 1975 bis 1978 Präsident dieser "World Confederation of Organizations of the Teaching Profession".
  • 1979 bis 1993 Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) und Vorsitzender des Fernsehausschusses im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks.
  • Seit 1984 Ehrenpräsident des BLLV; im gleichen Jahr erhielt Ebert den Bundesverdienstorden 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland, 1993 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, den Wilhelm-Hoegner-Preis der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag, 1994 den Erich- Hylla- Preis des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (Frankfurt am Main) und 1998 Verdienstmedailie "PRO MERITIS" des Bayerischen Staatsministers für Unterricht, Wissen-schaft und Kunst.
  • Ebert bekleidete zahlreiche Ehrenämter und erhielt viele internationale Auszeichnungen: 1968 wurde er Ehrendoktor der University of the Pacific (Kalifornien). Die Würde eines "Fellow of the Educational Institute of Scotland" wurde ihm in Edingburgh 1976 verliehen. Viele seiner Publikationen erschienen in verschiedenen Sprachen.

Ansprechpartner

Klinkhardt Verlag
Ramsauer Weg 5
83670 Bad Heilbrunn
Web: http://www.klinkhardt.de/

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