Minister Holter begrüßt Schülerinnen und Schüler zum neuen Schuljahr
Über 1.300 neue Lehrkräfte eingestellt: Thüringens Bildungsminister Helmut Holter hat auf einer Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn herzlich alle Schülerinnen und Schüler begrüßt und ihnen einen guten Schulstart gewünscht.
17.08.2023 Thüringen Pressemeldung Thüringer Ministerium für Bildung, Sport und JugendDie Schule beginnt in Thüringen am 21. August 2023, am 19. August finden im ganzen Land die Einschulungsfeiern statt. Oberste Priorität in Thüringen bleibe die Bekämpfung des Lehrermangels, so Minister Holter. „Der Lehrermangel ist Realität und wird uns weiter begleiten. Seine Bekämpfung bleibt eine Generationenaufgabe. Diese Landesregierung bekämpft den Lehrermangel wie keine vor ihr, erreicht die realistischen Ziele und hat Thüringen so als attraktives Bildungsland erhalten und gestärkt.“
Im zurückliegenden Schuljahr 2022/23 hat der Freistaat 1.010 neue Lehrerinnen und Lehrer unbefristet eingestellt. 922 gingen in den Ruhestand. Seit dem 1. August 2023, also zum neuen Schuljahr 2023/24 zählend, wurden bereits weitere 333 Lehrerinnen und Lehrer eingestellt. 22 Prozent der Neueinstellungen im letzten Schuljahr sind Seiteneinesteigerinnen und Seiteneinsteiger. Noch nicht mitgezählt sind 64 neu eingestellte sonderpädagogischen Fachkräfte, 100 pädagogische Assistentinnen und Assistenten sowie 404 Horterzieherinnen und Horterzieher. In einem Modellprojekt sind darüber hinaus zehn Schulverwaltungsassistentinnen und -assistenten bei den Landkreisen Schmalkalden-Meiningen und Kyffhäuserkreis beschäftigt; die ersten Erfahrungen sind sehr gut.
Minister Holter: „Für das neue Schuljahr setzen wir uns erneut ehrgeizige Ziele. Die Arbeit geht unvermindert weiter.“
Für den Seiteneinstieg in Thüringen sind im kommenden Schuljahr einige Neuerungen vorgesehen:
- Belastungsgerechte Anfangsphase: Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger müssen in den ersten beiden Halbjahren ihrer Beschäftigung ein geringeres Stundendeputat eigenständigen Unterrichts erbringen und bekommen so wesentlich mehr Zeit für die Hospitation im Unterricht erfahrener Kolleginnen und Kollegen und für ihre Qualifizierung und Orientierung im Berufseinstieg. Die parallel gestartete Neustrukturierung des Thüringer Studienseminars mit fünf regionalen Standorten ermöglicht künftig schnellere und zielgenauere Qualifizierungsprozesse der Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, aber auch Verbesserungen für den regulären Lehrkräftenachwuchs.
- Neue Entfristungsmöglichkeit: Für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, die bisher aufgrund individueller Voraussetzungen nur befristet eingestellt werden konnten, wird bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen die Möglichkeit eröffnet, auch unbefristet eingestellt zu werden. Ihre berufspraktische Erfahrung und pädagogische Eignung wird durch Hospitationen im Unterricht festgestellt. Damit wird an den Schulen dringend benötigten Pädagoginnen und Pädagogen, die sich bereits im Unterricht bewährt haben, aber bestimmte formale Kriterien nicht erfüllen, ein neuer Weg zur unbefristeten Beschäftigung im Schuldienst eröffnet. Die Möglichkeit soll schrittweise eingeführt werden, beginnend bei Lehrkräften, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten.
- Schnellere Prüfprozesse: Etwa an den Fachhochschulen erworbene Abschlüsse und einige weitere, die zur Anerkennung von Lehrfächern führen können, können nun direkt im zuständigen Staatlichen Schulamt geprüft und anerkannt werden. Die bisher praktizierte Prüfung im Ministerium fällt damit im Regelfall weg, kann aber in Zweifelsfällen nötig bleiben. Damit können Einstellungsprozesse beschleunigt werden.
Minister Holter: „Wir lernen aus unseren Erfahrungen und passen die Verfahren und Abläufe an, wo das möglich ist. Dabei hilft uns auch der gute Dialog, den wir mit Gewerkschaften und weiteren Beteiligten zu diesem und anderen Themen führen. Wir gehen die Probleme gemeinsam an, das ist mir wichtig.“
Minister Holter äußerte zum Schuljahresbeginn auch klare Erwartungen an den Bund hinsichtlich wichtiger, aber ausstehender politischer Weichenstellungen. „Wir brauchen den Digitalpakt II, damit wir den Weg der Digitalisierung konsequent weitergehen können. Genauso sehr brauchen wir das Start-Chancen-Programm, um gegen armutsbezogene Chancenungerechtigkeit vorzugehen. Und als drittes brauchen wir eine mehr als solide Kindergrundsicherung, wenn wir Schulkindern aus schwierigeren sozialen Verhältnissen echte Teilhabe ermöglichen wollen. Wir brauchen in der Bildungspolitik die Zusammenarbeit zwischen den staatlichen Ebenen, und zwar dauerhaft und verlässlich, und wir brauchen eine soziale Haushaltspolitik, die nicht auf Kosten wichtiger Bildungs- und Sozialprojekte gemacht wird.“
Ansprechpartner
Thüringer Ministerium für Bildung, Sport und Jugend- Überarbeitung der Thüringer Schulordnung
- Thüringen: Kooperationsvereinbarung im Bereich der Lehrerfortbildung
- Bundesregierung muss Zusagen für Digitalpakt einhalten
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