Zertifikat

Ministerin Britta Ernst übergibt zum ersten Mal Deutsche Sprachdiplome an Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund

Für 46 Jugendliche aus 24 Ländern war heute ein ganz besonderer Tag: Aus der Hand von Bildungsministerin Britta Ernst nahmen sie das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (KMK) entgegen und erhielten damit ein bundesweit anerkanntes Zertifikat über ihre deutschen Sprachkenntnisse:

09.07.2015 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

"Diese Bescheinigung ist nicht nur eine Anerkennung für die Bemühungen der jungen Menschen, die deutsche Sprache zu erlernen, es ist auch ein Ausdruck unserer Willkommenskultur", sagte Britta Ernst bei der Feierstunde im Kieler Wissenschaftspark. "Das Diplom ist die Basis für die Integration in unsere Gesellschaft und eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Bildungsbiografie."

Schleswig-Holstein hat sich in diesem Schuljahr zum ersten Mal an den Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom (DSD I) beteiligt. Insgesamt 46 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren waren zu der Prüfung angetreten. 27 von ihnen haben in allen Teilbereichen bestanden und erhalten das B1-Diplom; 14 haben in Teilbereichen bestanden und erhalten das A2-Diplom und 5 erhalten eine Bescheinigung über ihre Teilnahme und die jeweils erreichten Leistungen. Ministerin Ernst: "Das ist ein gutes Ergebnis und Beweis für die hohe Motivation und Lernbereitschaft der jungen Menschen, die in unser Land kommen." Sie kündigte an, dass es auch im neuen Schuljahr DSD-Prüfungen geben werde.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Prüfung kommen aus aller Welt: unter anderem aus Polen, Litauen, Ungarn, Rumänien, Lettland und Spanien, aus den USA, aus Ecuador, Moldawien, dem Kosovo, aus Thailand, dem Iran, dem Irak, aber auch aus Togo, dem Jemen, Afghanistan und Syrien. Sie alle haben bereits unterschiedlich lange in Deutschland gelebt. Sie sind in vier DaZ-Zentren (Deutsch als Zweitsprache) zur Schule gegangen - in Flensburg (8), in Lübeck (21), in Glinde (8) und in Bad Segeberg (9). Ministerin Britta Ernst: "Der Unterricht in den DaZ-Zentren war die Grundlage dafür, dass die Jugendlichen dieses anerkannte Diplom erreichen konnten. Das zeigt, dass wir mit unseren Anstrengungen zur Sprachförderung für junge Menschen mit Migrationshintergrund auf dem richtigen Weg sind." Schleswig-Holstein hat für 2015 zusätzlich 7,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt für Lehrkräfte, die an den DaZ-Zentren der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen eingesetzt werden und für Betreuungs- und Bildungsangebote mit dem Schwerpunkt Sprachförderung an Nachmittagen oder in den Ferien.

Hintergrund zum DSD

Seit gut 40 Jahren, können Schülerinnen und Schüler an staatlichen oder privaten Schulen im Ausland das Deutsche Sprachdiplom erwerben. Das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz ist damit die einzige schulische Prüfung für Deutsch als Fremdsprache im Ausland. Sie wird zurzeit in über 65 Staaten von über 56.500 Prüflingen pro Jahr abgelegt.

Auf Beschluss der KMK wird das DSD I seit November 2012 auch innerhalb Deutschlands angeboten. Die Prüfungen werden von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen des Bundesverwaltungsamtes und dem Sekretariat der KMK entwickelt und gesteuert. Aktuell kann diese Prüfung in Deutschland an ausgewählten Schulen in Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern abgelegt werden. Schleswig-Holstein ist das achte Bundesland, das diese Prüfung anbietet.

Das DSD ist eine schulische Sprachprüfung, die auf allen drei Niveaustufen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) abgelegt werden kann. Der Prüfung geht in der Regel ein mehrjähriger schulischer Deutschunterricht voraus. Die Niveaustufe A bescheinigt Kenntnisse für eine elementare Sprachverwendung, die Niveaustufe B für eine selbstständige Sprachverwendung und die Niveaustufe C für eine kompetente Sprachverwendung. Alle Prüfungen können weltweit eingesetzt werden. Für die Prüfungen auf den Niveaustufen A2/B1 und B2/C1 gelten bestimmte Voraussetzungen, da diese beiden Prüfungen als Nachweis der für den Besuch eines Studienkollegs (B1) bzw. einer Hochschule (B2/C1) erforderlichen Deutschkenntnisse anerkannt sind.


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