Berlin

Mit Abi hat man´s leichter – Der Weg dorthin wird härter

Der Landeselternausschuss führte auf Grund von Elternbeschwerden eine Kurzabfrage unter den Bezirkselternausschüssen zum Thema "Unterricht nach 16 Uhr" durch. Insgesamt haben innerhalb von drei Tagen, Eltern aus 19 Schulen entsprechende Angaben dem Ausschuss übermittelt. Es galt festzustellen, ob es sich hier um Einzelfälle oder um eine berlinweite Entwicklung von Unterrichtsausdehnung handelt.

27.09.2010 Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)

Ein solcher Trend konnte bei der Abfrage nicht ermittelt werden - sehr wohl jedoch trat an unterschiedlicher Stelle dringender Handlungsbedarf zu Tage. Diese Blitzabfrage erhebt allerdings nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Wenn Unterricht in Mathematik oder Chemie in den frühen Abendstunden stattfindet, dann ist das schwer verdaulich. Keinem Schüler steht am Freitag von 16 bis 17 Uhr der Sinn nach naturwissenschaftlichem Unterricht. Lernen von 8 bis 18 Uhr, unterbrochen durch eine 45 minütige Mittagspause, in manchen Fällen auch noch ohne Essensangebot, ist schlicht eine Zumutung. Hausaufgaben bis 23:00 Uhr, in Folge von spätem Unterrichtsschluss, machen fassungslos.

Die Senatsverwaltung will den Gründen für solch späten Unterricht kurzfristig nachgehen. Über diese Umfrage hinaus regt sich in der Elternschaft zunehmend auch deutlicher Unmut über die Gemengelage von gemischtem Doppeljahrgang, zu wenig Lehrpersonal, stark gefüllten Kursen, langem Unterricht und die offensichtliche Kompensation auf dem Rücken der Schüler. Hier fordert der Landeselternausschuss vielzitierte Nachsteuerungen und sofortige Korrekturmaßnahmen. Es frägt später niemand nach den Umständen, wie ein Abiturzeugniszustande kam. In den Bezirksschulbeiräten, wo Eltern, Schüler und Lehrer zusammentreffen, bekommt man auch von denen, die Schule machen, die Klagen über die Gegebenheiten, zu hören.

Der LEA fordert auch Sofortmaßnahmen in Betracht zu ziehen, die über kostenneutrale Aspekte hinausgehen und sich nicht in der Reduzierung von Angebot und Qualität erschöpfen. Das können wir uns nicht leisten.


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