Neue Qualität der Zusammenarbeit zwischen hessischer Wirtschaft und Landesregierung:
Die Zusammenarbeit zwischen der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und der Hessischen Landesregierung soll weiter intensiviert werden: Kultusministerin Karin Wolff und VhU-Präsident Prof. Dieter Weidemann stellten heute in Wiesbaden ein gemeinsames Positionspapier vor, mit dem die VhU und die Landesregierung sich über den Fortgang der Qualitätsverbesserung in der hessischen Bildungspolitik verständigen.
20.09.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen"Kernaufgabe des neuen Qualitätsmanagements muss die Verbesserung des Unterrichts und seiner Ergebnisse sein", beschrieben Wolff und Weidemann die Eckpunkte des Papiers. Sie stimmten überein, dass hierfür bis zum Jahr 2015 ein neues Steuerungssystem zu schaffen ist, das auf mehreren Pfeilern ruht:
der unveränderten Verantwortung des Landes für das staatliche Schulwesen, der verbindlichen Vorgabe von schulischen Bildungszielen durch Bildungsstandards, die das Ergebnis einer schülerbezogenen Kompetenzbildung festlegen, einem Bildungsmonitoring, das über interne und externe Evaluation schulische Leistung überprüft sowie vergleichbar macht und damit der Ergebniskontrolle und -verbesserung dient und mit Vergleichs- und Orientierungsarbeiten kontinuierliche Unterstützung für Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitung und Schulverwaltung zur Vergewisserung über den erreichten Leistungsstand bietet.Landesregierung und VhU sind sich einig, dass auf Grundlage des neuen Steuerungssystems die Eigenverantwortung von Schulen zweckmäßig und geboten ist. Entsprechende Freiräume der Schulen ergeben sich über die Bereiche Personalverantwortung, Sachmittelverwendung und Netzwerkbildung. Abschließend vereinbarten beide Partner eine Intensivierung des Dialogs zur schrittweisen Einführung des neuen Qualitätsmanagements im hessischen Schulsystem. Dabei bringt die VhU die langjährigen Erfahrungen der hessischen Wirtschaft beim Aufbau moderner Systeme des Qualitätsmanagements beratend ein.
Rückfragen bitte an: VhU, Leiter Kommunikation und Presse, Dr. Ulrich Kirsch, Telefon: 069 95808-150, Telefax: 069 95808-177, E-Mail:
Anlage: Positionspapier
Hessisches Kultusministerium
Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände
Gemeinsame Erklärung zur "Eigenverantwortung von Schulen" Im Rahmen der hessischen Schulreform bis 2015
Die Hessische Landesregierung und die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände verfolgen gemeinsam das Ziel, Hessen bis zum Jahr 2015 zum Bildungsland Nr. 1 aufzubauen. Sie werden für das Erreichen dieses Ziels auch weiterhin eng zusammenarbeiten.
Die VhU sieht in den drei Schulrechtsnovellen der Landesregierung seit 1999 richtige und wegweisende Schritte einer umfassenden Schulreform in Hessen. Sie begrüßt insbesondere die Verkürzung des gymnasialen Bildungsgangs, die Einführung von Abschlussprüfungen in allen Schulformen, die Einführung von Projektarbeiten in der Hauptschule, die stärkere Berufsorientierung im gesamten Schulwesen, die Stärkung des wirtschaftskundlichen Unterrichts und die über das Land hinaus beispielhafte Neuregelung der Lehrerbildung.
Landesregierung und VhU sind sich einig, dass neben diesen Maßnahmen bis 2015 weitere Reformschritte erforderlich sind. Dazu gehört insbesondere der Aufbau eines neuen Systems des Qualitätsmanagements für das gesamte Schulwesen. Zentrale Grundlagen hierfür wurden in der 3. Schulrechtsnovelle von 2004 geschaffen. Ihrer Ausrichtung wie Umsetzung misst die VhU eine hohe Priorität zu und hat hierfür Vorschläge, wie z. B. das "Leitbild Selbstständige Schule 2015", unterbreitet.
Landesregierung und VhU sind sich einig, dass die Verbesserung des Unterrichts und seiner Ergebnisse die Kernaufgaben des neuen Qualitätsmanagementsystems Schule sein muss. Sie stimmen überein, dass hierfür bis zum Zieljahr 2015 ein neues Steuerungssystem zu schaffen ist, das auf mehreren Eckpfeilern steht:
der unveränderten Verantwortung des Landes für das staatliche Schulwesen, der verbindlichen Vorgabe von schulischen Bildungszielen durch Bildungsstandards, die das Ergebnis einer schülerbezogenen Kompetenzbildung festlegen (sog. Output-Steuerung), einem Bildungsmonitoring, das über interne und externe Evaluation schulische Leistungen überprüft sowie vergleichbar macht und damit der Ergebniskontrolle wie -verbesserung dient und mit Vergleichs- und Orientierungsarbeiten auch permanente Hilfen für Lehrer, Schulleiter und Schulverwaltungen zur Vergewisserung über den erreichten Leistungsstandard bietet.Landesregierung und VhU sind sich einig, dass die Eigenverantwortung von Schulen nur im Gesamtzusammenhang und damit in den Grenzen des neuen Steuerungssystems gestaltet werden kann. Eine volle Selbstständigkeit von Schulen im Sinne des Wortes ist angesichts der beizubehaltenen Staatsverantwortung für das Schulwesen auch künftig weder verfassungsrechtlich möglich, noch anzustreben.
Landesregierung und VhU sehen eine Eigenverantwortung von Schulen nicht als Selbstzweck. Bereits ein Mehr an Eigenverantwortlichkeit setzt zwingend voraus, dass zuvor sowohl verbindliche Bildungsstandards als auch das neue Bildungsmonitoring praxistauglich und in der Fläche umsetzbar entwickelt wie erprobt werden.
Landesregierung und VhU sind sich einig, dass bei Vorliegen der genannten Voraussetzungen die Eigenverantwortung von Schulen - nach internationalem Vorbbild - zweckmäßig und geboten ist. Entsprechende Freiräume der Schulen ergeben sich für die Felder der Personalverantwortung, der Sachmittelaufwendung und der Netzwerkbildung.
Die Landesregierung wird ihre Modellkonzepte zur Erprobung einer größeren Eigenverantwortung von hessischen Schulen fortsetzen und intensivieren. Sie sagt zu, die hieraus gewonnnen Erfahrungen auch verstärkt in den Kontext gleichgerichteter Modellprojekte in anderen Bundesländer zu stellen und für Hessen auszuwerten.
Die VhU sagt zu, das von ihr bereitgestellte Netzwerk der Schule-Wirtschaft-Arbeit mit über 400 Veranstaltungen, insbesondere zur Fortbildung von Lehrern und Schulleitern, verstärkt auf die Themenfelder des Qualitätsmanagements an Schulen auszurichten. Darüber hinaus werden Landesregierung und VhU zusätzliche Modellprojekte in Kooperation der Wirtschaft mit dem Kultusministerium initiieren.
Landesregierung und VhU vereinbaren eine Intensivierung des Dialogs zur schrittweisen Einführung des neuen Qualitätsmanagements im hessischen Schulsystem. Die VhU bietet in diesem Zusammenhang an, die langjährigen Erfahrungen der hessischen Wirtschaft beim Aufbau moderner Systeme des Qualitätsmanagements beratend einzubringen. Es besteht Einvernehmen, dass die Erfahrungen der Wirtschaft sehr sorgfältig auf einen möglichen Transfer in ein anderes, da staatlich verantwortetes System zu überprüfen sind. Ein besonderer Schwerpunkt des Dialogs soll auf die Themenfelder der externen Evaluation von Schulen, der unterstützenden Qualifizierung der handelnden Personen im Schulsystem sowie auf den verbundenen Komplex von Bildungsstandards, Abschlussprüfungen und Prüfungsaufgaben gelegt werden.
Die Landesregierung sagt zu, die Ziele und Stufen ihres Erfolgsmodells "Hessische Schule 2015" auf der Grundlage des Regierungsprogramms von 2003, aktuell und zusammenfassend darzustellen. Dies ist die Grundlage, um auch mit Hilfe der zugesagten Unterstützung durch Schule-Wirtschaft, die Motivation und Mitarbeit aller Beteiligten in der schulischen Praxis zu fördern.
Wiesbaden / Frankfurt, den 19. September 2005
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