Neue Stichtagsumfrage zur Unterrichtsversorgung - Bayernweit werden rund 97% des stundenplanmäßigen Unterrichts gehalten

An bayerischen Schulen werden rund 97% des stundenplanmäßigen Unterrichts gehalten. Dies ergab eine neuerliche Stichtagserhebung zur Unterrichtsversorgung, die das Kultusministerium am 19. April 2004 an den Schulämtern sowie an allen weiterführenden Schulen durchgeführt hat.

06.05.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Nach der Erhebung sind zum Stichtag an den Realschulen 2,9%, an den Gymnasien 3,3% und an den beruflichen Schulen 2,7% des Unterrichts entfallen. Als Ausfall wurden auch solche Stunden gewertet, in denen Schülerinnen und Schüler in der Schule lediglich beaufsichtigt wurden. In den Jahrgangsstufen 5 mit 10 des Gymnasiums lag die Quote bei 2,3%. An den Volksschulen konnten die Schulämter - bezogen auf die Gesamtzahl der Klassen - nur in 1,5% der Fälle angeforderte mobile Reserven nicht zur Verfügung stellen.

"Ich habe Verständnis dafür, dass Eltern in einzelnen Fällen, in denen sich Unterrichtsausfälle massiv gehäuft haben, ihre Sorgen deutlich zum Ausdruck bringen. Insgesamt gesehen stehen wir in Bayern aber nicht schlecht da. In den allermeisten Fällen erhalten die Schüler - auch wenn ihre eigentlichen Lehrkräfte erkrankt oder anderweitig abwesend sind - ein qualifiziertes Unterrichtsangebot", sagte Kultusminister Siegfried Schneider. Schwierigkeiten mit der Unterrichtsversorgung seien insbesondere an einzelnen Grund- und Hauptschulen zu verzeichnen gewesen. Bei kurzfristigen Erkrankungen hätten die Schulen auf schulhausinterne Lösungen zurückgreifen müssen. Dies finde in der Statistik keinen Niederschlag.

Schneider dankte insbesondere den Lehrkräften für ihr großes Engagement, das sie bei der Vertretung von Stunden oder der Mitführung von Klassen bewiesen hätten. "Ich habe großen Respekt vor dem Einsatz, den die Lehrkräfte für die Schülerinnen und Schüler zeigen. Ihre Arbeit in Vertretung erkrankter oder aus anderen Gründen abwesender Kollegen verdient allgemeine Anerkennung", sagte Schneider. Gleichzeitig sicherte der Minister zu, sich in Zukunft für eine noch bessere Unterrichtsversorgung einzusetzen. "Wir müssen prüfen, inwieweit wir vorhandene Mittel noch effizienter verwenden können. Ich will mich aber auch dafür einsetzen, dass die Bildungspolitik in Bayern weiterhin Priorität hat", sagte der Minister.

Schneider wies darauf hin, dass der Vergleich mit der bereits im November 2004 durchgeführten Stichtagserhebung kaum Unterschiede aufweise. Die etwas höheren Prozentzahlen seien im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass auf Wunsch insbesondere von Lehrer- und Elternverbänden auch die Stunden mit in die Auswertung einbezogen worden sein, in denen Schüler unter Aufsicht etwa einer Stillbeschäftigung nachgegangen seien oder in denen eine Klasse von einer Lehrkraft mitgeführt worden sei.

Im Vergleich zu einer Erhebung aus dem Schuljahr 1999/2000, die das Kultusministerium im Auftrag des Bayerischen Landtags durchführte, ist sogar eine leichte Verbesserung der Situation eingetreten. Damals fielen an den Realschulen rund 3,1% und den Gymnasien rund 3,5% des Unterrichts ersatzlos aus. Die nur durch Aufsichten vertretenen Stunden sind hier noch gar nicht eingerechnet. "Der Vergleich zeigt, dass die enormen Anstrengungen der Staatsregierung - zum Beispiel die Einstellung von 6000 zusätzlichen Lehrkräften - zu positiveren Ergebnissen geführt haben", sagte Schneider. Eine Reihe gerade SPD-regierter Länder hätten bei der Unterrichtsversorgung eine schlechtere Bilanz aufzuweisen - und dies, obwohl sie ihren Schülerinnen und Schülern von vorneherein einen geringeren Umfang an Stunden anbieten würden.

Der strukturelle Unterrichtsausfall, also der Anteil des Unterrichts, der etwa aufgrund von Lehrermangel von Anfang des Schuljahrs an nicht gegeben werden könne, sei bereits seit Jahren äußerst gering und liege in der Regel deutlich unter 0,5%. Lediglich bei den beruflichen Schulen mache er mit rund 1,7% einen etwas höheren Anteil aus.

Schneider kündigte an, dass schon in der ersten Hälfte des Schuljahres 2005/06 eine weitere Erhebung zur Unterrichtsversorgung erfolgen werde, die sich nicht nur auf einen Stichtag beziehen, sondern sich über einen längeren Zeitraum erstrecken soll.


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