Nicht Schüler versagen -- es sind wahlkampfbesessene Politiker
"Immer klarer zeigen sich die schulpolitischen Konturen für Lehrkräfte und Eltern kurz vor Schulschluss und vor der Landtagswahl", so der Präsident der abl-Lehrerverbände, Anton Huber, am Ende des Schuljahres 2007/08.
31.07.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)"Bayern hat das durch PISA bestätigte beste und leistungsfähigste Bildungswesen aller Bundesländer, dessen Niveau selbst für Bundeskanzlerin Merkel als erstrebenswert für die anderen Bundesländern gilt. In Bayern selbst dagegen fahren gewisse Parteien und Gruppierungen eine bislang nicht gekannte Hetzkampagne gegen unser Schulsystem. Dabei schrecken sie aus machtpolitischen Gründen nicht davor zurück, unsere Kinder und Jugendlichen, die Lehrkräfte und die bayerischen Schulen in den Schmutz zu ziehen. Das haben wir alle nicht verdient und dagegen wehren wir uns", so Huber. Der abl-Präsident weiter: "Früher war man stolz darauf, wenn man zu den Besten gehörte, heute ist das weder eine Nachricht wert, geschweige denn eine gebührende Anerkennung der Bildungs- und Erziehungsleistung von Eltern, Lehrkräften und der Leistung von Kindern und Jugendlichen selbst. So beenden am Freitag wieder einmal Hunderttausende junge Menschen das Schuljahr mit gutem Erfolg. In der öffentlichen und veröffentlichten Meinung werden sie aber zu Bildungsverlierern abgestempelt, da nurmehr von angeblichen Versagern, von massiven Problemen, von angeblich zu geringer Zukunftsfähigkeit oder von allgemeiner Bildungsarmut die Rede ist". Huber kritisiert auch, dass die Länderergebnisse von PISA 2006 erst nach den Landtagswahlen veröffentlicht werden: "Offenbar gönnt man Bayern den neuerlichen Erfolg nicht!"
Die Vorsitzenden der abl-Lehrerverbände rufen alle politischen Parteien zum Schulschluss dazu auf, offen und ehrlich zu formulieren, was sie bildungspolitisch vorhaben, wenn sie in Bayern Regierungsverantwortung übernehmen:
"Für uns ist klar, dass alle, die jetzt mit Mogelpackungen wie ,Regionalschule' oder ,eine Schule für alle' oder ,längeres gemeinsames Lernen' hausieren gehen, nur eines im Kopf haben: die Zerschlagung des besten Bildungswesens auf deutschem Boden. Sie sollten den Eltern doch sagen, dass sie die Abschaffung der erfolgreichen Realschule und die Zerschlagung des Gymnasiums anstreben. Da sind die Linken wenigstens ehrlich, die am Wochenende klar gesagt haben, dass sie ausschließlich die Gesamtschule in Deutschland wollen. Zahlreiche Parteien in Bayern können diesbezüglich mit den Linken sofort zusammengehen, weil sie genau das anstreben. Die Bevölkerung wird aber vor der Wahl nicht ehrlich informiert, weil man genau weiß, dass das offene Bekenntnis, in Bayern die Realschule und das Gymnasium abschaffen zu wollen, für manche Partei den Einzug ins Parlament in Frage stellen und selbst die SPD einige Prozentpunkte zusätzlich kosten würde", schließt abl-Präsident Huber.
Der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (BRLV), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an. Die in der abl zusammengeschlossenen Verbände vertreten die Interessen von rund 45 000 Lehrkräften.
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