Zwischeneugnis

Noten sind wichtig und richtig!

Heftige Kritik an dem Versuch, Zeugnisse als wertlosen Wisch und die schulische Notenvergabe als Willkürakt von Lehrkräften darzustellen, hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt geübt. Anlässlich der heutigen Ausgabe der Zwischenzeugnisse bzw. Zwischenberichte in Bayern betonte er: "Die breite Akzeptanz von Ziffernnoten bei Schülern, Eltern und Lehrkräften hat ihren guten Grund: Sie sind kurze, prägnante Rückmeldungen über den aktuellen Lern- und Leistungsstand eines Schülers. Sie werden von Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten mit großer pädagogischer Verantwortung und keineswegs nach Gutdünken vergeben!" Natürlich, so Schmidt, vermögen Schulnoten kein allumfassendes Bild über einen Schüler zu geben. Sie aber deswegen komplett gegen Wortgutachten austauschen zu wollen, hieße das Kind mit dem Bade auszuschütten. Auch renommierte Forscher wie ´PISA-Papst´ Prof. Baumert bestätigen: "Noten beruhen primär auf den tatsächlich erbrachten Leistungen." In Noten, so Prof. Köller (Direktor des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen), "bildet sich professionelles, pädagogisch verantwortungsvolles Handeln von Lehrkräften ab."

17.02.2012 Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

Noten versteht jeder, lange Worturteile nicht

Anders als Ziffernnoten sind Worturteile dagegen viel anfälliger für Fehlinterpretationen, und zwar in jede Richtung: Manche Eltern reden sich Formulierungen schön, andere bekommen grundlos einen Schrecken. Und manche Eltern, die Deutsch nicht sicher beherrschen, können mit Formulierungen wie "behandelter Zahlenraum" oder "ausgeprägtes Rhythmusgefühl" kaum etwas anfangen.

Idealzustand: Zeugnis aus Ziffernnoten und Verbalurteil

Als wünschenswerten Idealzustand sähe Schmidt die Kombination aus Zeugnissen an, die Ziffernnoten mit einem Worturteil verbinden. Das stelle jedoch bereits für Grundschullehrkräfte, die im Schnitt nur 20 Schüler zu beurteilen haben, eine große Herausforderung dar. An weiterführenden Schulen, an denen Lehrkräfte oft 200 oder gar 300 Schüler unterrichten, sei dies nicht sinnvoll zu leisten.


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