Staatsangehörigkeit

NRW: Anteil ausländischer Schüler:innen verdoppelt sich im Zehnjahresvergleich

In Nordrhein-Westfalen haben im Schuljahr 2025/26 rund 2,53 Millionen Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen besucht. Wie IT.NRW als Statistisches Landesamt mitteilt, besaßen davon rund 457.000 Kinder und Jugendliche eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das entspricht einem Anteil von rund 18,1 %.

14.10.2026 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Landesbetrieb IT.NRW
  • Ein junger Lehrer steht in einer Sporthalle vor einer Reihe Kinder im Grundschulalter. © Adobe Stock Die größte Gruppe unter den ausländischen Schülerinnen und Schülern bildeten im Schuljahr 2025/26 junge Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit.

Die Zahl der ausländischen Schülerinnen und Schüler ist in den vergangenen 10 Schuljahren durchgehend gestiegen: Im Schuljahr 2025/26 lag sie um 3,6 % höher als im Vorjahr und war damit mehr als doppelt so hoch wie im Schuljahr 2015/16. Damals hatte der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler bei 8,9 % gelegen.

Syrische, ukrainische und irakische Schülerinnen und Schüler am häufigsten vertreten

Die größte Gruppe unter den ausländischen Schülerinnen und Schülern bildeten im Schuljahr 2025/26 junge Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit. Ihre Zahl lag zuletzt bei fast 90.000. Es folgten rund 62.000 Schülerinnen und Schüler mit ukrainischer sowie 27.000 mit irakischer Staatsangehörigkeit. Zusammen machten diese 3 Gruppen einen Anteil von fast 40 % an allen ausländischen Schülerinnen und Schülern aus. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Veränderung bei den ukrainischen Schülerinnen und Schülern besonders deutlich aus: Ihre Zahl stieg um 10,9 %.

Im Vergleich der letzten 10 Jahre wuchs die Zahl der syrischen Schülerinnen und Schüler kontinuierlich. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich bei den irakischen jungen Menschen, wobei ihre Zahl in den letzten 2 Jahren wieder leicht rückläufig war. Die Entwicklungen sind vor allem auf die Fluchtbewegungen der Jahre 2015 bis 2018 zurückzuführen. Viele Familien flohen vor kriegerischen Auseinandersetzungen, terroristischer Gewalt sowie der anhaltenden politischen Instabilität in diesen Regionen und fanden in Nordrhein-Westfalen Schutz. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 ist zudem die Zahl ukrainischer Schülerinnen und Schüler deutlich gestiegen.

Hinweise zur Statistik

In der „Statistik der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen” werden jährlich Angaben über Schulen, Klassen, Schülerinnen und Schüler, Einschulungen, Absolventinnen und Absolventen, Schulabgängerinnen und Schulabgänger sowie über Lehrkräfte und wöchentlich erteilte Unterrichtsstunden erhoben. Dazu melden die öffentlichen Schulen und die privaten Ersatzschulen in Nordrhein-Westfalen.

Die Ergebnisse stammen aus der amtlichen Schulstatistik. Darin werden die Schülerinnen und Schüler als Ausländerinnen und Ausländer bezeichnet, die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Diese besitzen entweder ausschließlich nichtdeutsche Staatsangehörigkeiten oder sind staatenlos. In der amtlichen Schulstatistik wird nur eine Staatsangehörigkeit erfasst. Besitzen Schülerinnen und Schüler neben der deutschen Staatsangehörigkeit noch eine andere, wird nur die deutsche Staatsangehörigkeit erfasst.

Die Zuwanderungsgeschichte der Schüler/-innen ist dabei nicht von Bedeutung.

Die Schülerzahlen ab dem Schuljahr 2019/20 wurden aus Datenschutzgründen auf ein Vielfaches von fünf auf- bzw. abgerundet. Hierdurch besteht keine Additivität – für Quotenberechnungen wurden die Originalwerte verwendet.

Aufgrund der Hochwasserkatastrophe Mitte Juli 2021 konnten sieben Schulen im Erhebungsjahr 2021/22 keine Daten liefern. Für diese allgemeinbildenden und beruflichen Schulen wurde eine Übernahme der Daten aus dem Erhebungsjahr 2020/21 beschlossen.

Ansprechpartner

Landesbetrieb IT.NRW

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