Olbertz zu Gast auf Projekttag am Gymnasium Wolfen zu ethischen Fragen der Organspende und Organtransplantation

Die Transplantationsmedizin ist Thema von zwei Projekttagen des Heinrich-Heine-Gymnasiums Wolfen. Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz eröffnet die Auftaktveranstaltung am 8. April um 18 Uhr mit einem Vortrag zu "Ethischen Fragestellungen bei Organspende und Organtransplantation".

07.04.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

"Organspende als Gemeinschaftsaufgabe - ICH NICHT" haben die Veranstalter, die Mitglieder des Schulclubs des Heinrich Heine Gymnasiums, provokativ als Motto des Abends gewählt und machen damit auf verbreitete Vorbehalte, Ängste aber auch Gleichgültigkeit gegenüber diesem Thema aufmerksam.

"Grundsätzlich hat Organspende mit dem Respekt vor der Würde des menschlichen Lebens zu tun und somit auch mit unseren Vorstellungen über ein lebenswertes, sinnerfülltes Leben", sagt Minister Olbertz. "Darum werden Organtransplantationen auch von der Kirche grundsätzlich bejaht. Soweit der Organentnahme aus freien Stücken zugestimmt wird, kann man in ihr einen Akt menschlicher Hilfeleistung und Nächstenliebe sehen." Olbertz hält Organtransplantationen für ethisch zulässig, sie dürfen aber nach seiner Ansicht nicht für alle zur Pflicht gemacht werden. In einem Organhandel aus ökonomischen Motiven heraus sieht er einen Verstoß gegen die Würde des Menschen.

Unter Berücksichtigung vieler Überlegungen über das eigene Leben und Lebensziel stellt sich auch die Frage, ob man selbst im Notfall auf Spenderorgane zurückgreifen würde. Der Projekttag soll Schüler ab der 9. Klasse für dieses wichtige ethische Thema sensibilisieren und sie bestärken, in Entscheidungssituationen reflektiert und selbstbestimmt zu handeln.

Weitere Referenten des Abends sind Prof. Dr. Hans Lilie aus Halle, Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums Medizin-Ethik-Recht und Vorsitzender der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer sowie Prof. Dr. Paolo Fornara, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie der Universitätsklinik Halle.


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