Personalentwicklung lässt im Realschulbereich Schlimmes befürchten

"Sehr nachdenklich reagieren wir Realschullehrkräfte auf die jüngsten Diskussionen über die Anstellung unserer voll ausgebildeten Lehrkräfte, bahnt sich doch für den Herbst 2010 im Realschulbereich eine Lehrerarbeitslosigkeit an, wenn nicht deutlich mehr Stellen geschaffen werden." warnt Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv).

26.01.2010 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Die enorme Zunahme an Referendaren von 450 auf 1 500 hat in den letzten Jahren im Seminarbereich zu größten Belastungen für unsere Kolleginnen und Kollegen geführt, weil nur nach hartem Ringen sehr beschränkt zusätzliche Ressourcen für deren Ausbildung geschaffen worden sind. In wenigen Monaten zeigt sich ein weiteres Problem: Die Beschäftigungschancen nehmen in einigen Fächerkombinationen (z. B. Deutsch/Geschichte, Deutsch/Erdkunde) rapide ab. Vorsitzender Huber: "Auf das Problem von Überkapazitäten weisen wir seit Jahren das Kultusministerium, aber auch unsere Studentinnen und Studenten hin. Wir fordern einerseits einen Einstellungskorridor, um den guten Realschullehrkräften auch in Zukunft eine berufliche Perspektive zu geben. Aber wir warnen auch seit Jahren unseren Lehrernachwuchs vor der Gefahr, keine Anstellung zu finden."

Huber weiter: "Zukünftig gilt es, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die drohende Lehrerarbeitslosigkeit zu begrenzen, beispielsweise indem wir kleinere Klassen schaffen, das Bildungsprogramm der Realschule endlich voll umsetzen (200 Stellen für drei fehlende Stunden) und die individuelle Förderung ausbauen (je Realschule eine zusätzliche Lehrkraft). Aber auch über andere Maßnahmen ist zu sprechen, z. B. über die Unterrichtspflichtzeit, über die Ausweitung von Aushilfsmitteln oder über die Altersgrenze bei Lehrkräften."

www.brlv.de

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