Philologenverband beklagt Unterfinanzierung der Bildung in Deutschland

Aus Anlass der Vorstellung des Bildungsberichts hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, die deutliche Unterfinanzierung der Schulen in Deutschland beklagt. "Auch wenn die Leistungen unseres Bildungssystems sich inzwischen vor allem seit PISA 2006 deutlich verbessert haben, geben wir im Verhältnis zu vergleichbaren Industriestaaten zu wenig für Bildung aus. Die Klassenstärken in Deutschland in allen Schularten sind zu hoch!", betonte er.

12.06.2008 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

Der DPhV-Vorsitzende wies darauf hin, dass die Chancen für Schulabgänger aus der Hauptschule auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland sehr unterschiedlich sind. In Bundesländern mit größeren Hauptschüleranteilen und höheren Kompetenzniveaus wie Bayern und Baden-Württemberg seien die Vermittlungsquoten auf Ausbildungsplätze deutlich besser als in Bundesländern mit geringem Hauptschüleranteil, hohem Anteil von Gesamtschulen und niedrigerem Kompetenzniveau wie etwa Berlin oder Bremen. Die Forderung nach Abschaffung gerade der erfolgreichen Hauptschulen sei deshalb weder gerechtfertigt noch zielführend. "Allerdings müssen Wirtschaft und Gesellschaft die Leistungen anstrengungsbereiter Hauptschüler auch wieder stärker honorieren. Die Streichung von Hauptschulabgängern aus den Bewerberlisten durch manche Arbeitgeber ist skandalös!", unterstrich Meidinger.

Die stärkere Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg bleibe für alle Gesellschafts- und Bildungssysteme eine Herausforderung. Dazu können insbesondere eine verstärkte Bildungswerbung in bildungsfernen Schichten, eine umfassende Frühförderung und eine verbesserte Diagnosefähigkeit von Lehrkräften beitragen. Eine Verlängerung der Grundschule trage dazu allerdings gar nichts bei, so der DPhV-Vorsitzende. In der sechsjährigen Grundschule Berlins sei die Schere sogar noch weiter aufgegangen.


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