Philologenverband fordert mehr Lehrer statt mehr Mehrarbeit!
Die kräftige Aufstockung der mobilen Reserve und die Schaffung einer integrierten Lehrerreserve für Bayerns Gymnasien und Berufliche Oberschulen fordert der Bayerische Philologenverband (bpv) als Reaktion auf ein kultusministerielles Schreiben (KMS), das derzeit an bayerischen Gymnasien für anhaltend großen Ärger sorgt.
05.03.2012 Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)Darin wird nach Lesart vieler Lehrkräfte der Schwarze Peter für den Unterrichtsausfall den Schulleitungen und den Kollegien zugeschoben, die es nicht schafften, "trotz verschiedener Initiativen der Schulaufsicht" und "trotz deutlich besserer Lehrer-Schüler-Relation" diesen noch weiter zu verringern. Das Schreiben des Kultusministeriums ermuntert die Schulleiter dazu, zur Bekämpfung von Unterrichtsausfall die Anwesenheitspflicht von Lehrkräften auszuweiten, indem beispielsweise gefordert wird, "für jede Unterrichtsstunde am Vormittag Präsenzlehrkräfte mit unterschiedlicher Fächerverbindung" einzuteilen, verstärkt Mehrarbeit anzuordnen und Nachmittagsstunden vermehrt vertreten zu lassen. Dezidiert fordert das Ministerium, in die Stundenpläne der Lehrer mehr "Zwischenstunden und Löcher" einzuplanen, um mehr Kapazitäten für Vertretungen zu haben. Kurzum: Der Unterrichtsausfall soll dadurch aufgefangen werden, dass Lehrerrinnen und Lehrer arbeitsmäßig noch mehr ´rangenommen´ werden. Als Druckmittel zur Durchsetzung dieser Maßnahmen formuliert das Ministerium die Möglichkeit, dass Lehrer "Wünsche für den Stundenplan des nächsten Schuljahres nur dann äußern können, wenn sie auch Gegenleistungen, z.B. Angebote für zusätzliche Präsenzstunden nennen".
Der bpv-Vorsitzende Max Schmidt, selbst Lehrer am Gymnasium Grafing, kann die Empörung in den Kollegien nur zu gut verstehen: "Im letzten Schuljahr haben unsere Kolleginnen und Kollegen Tausende Stunden von unentgeltlicher Mehrarbeit aufgewendet, um den doppelten Abiturjahrgang zu bewältigen. Nach dem verbalen Dank folgt nun die nachgereichte Ohrfeige.
Es gibt nur ein wirklich wirksames Instrument, das den Unterrichtsausfall langfristig begrenzen kann: Das ist die Bereitstellung einer kombinierten integrierten und mobilen Unterrichtsreserve im Umfang von rund 10 Prozent der jetzigen Planstellenzahl. Junge hochqualifizierte Lehrkräfte stehen in großer Anzahl auf der Straße und könnten sofort eingestellt werden!"
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