Lehrerberuf

Philologenverband fragt nach Allensbach-Umfrage: (Alb)Traumberuf Lehrer?

Nicht einmal ein Fünftel – 18 Prozent – der Deutschen kann sich vorstellen, Lehrer zu sein. Dieses Ergebnis der gerade veröffentlichten repräsentativen Allensbach-Umfrage "[Geeignet für den Lehrerberuf?](http://bildungsklick.de/pm/84095/lehrerberuf-hohes-ansehen-aber-geringe-anziehungskraft/)" muss nach Ansicht des Vorsitzenden des Bayerischen Philologenverbands Max Schmidt Anlass zum Handeln sein: "In der geringen Bereitschaft, den Lehrerberuf zu wählen, spiegelt sich das verbreitete Bewusstsein um die großen Herausforderungen wider, denen sich Lehrkräfte Tag für Tag zu stellen haben. Das sollte uns zu denken geben und die Politik zum Handeln veranlassen: Denn angesichts des großen Unterrichtsausfalls und des durch Pensionierungen in den kommenden Jahren auf uns zukommenden Lehrerbedarfs ist Deutschland dringend darauf angewiesen, dass sich genügend junge Leute für diesen Beruf entscheiden."

13.06.2012 Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

Was Lehrkräfte brauchen: eine gute Ausbildung, förderliche Rahmenbedingungen und kontinuierliche Unterstützung

Damit dies gelingt, hält Schmidt es für erforderlich, die jungen Menschen einerseits durch die Lehrerbildung gut auf die Herausforderungen des Berufs vorzubereiten und ihnen andererseits dann im Beruf gute Arbeitsbedingungen und Unterstützung zu bieten. Beides ist die Voraussetzung dafür, dass sich Lehrkräfte immer wieder neu der Aufgabe, jungen Menschen Wissen und Werte zu vermitteln und vorzuleben, mit Freude und Engagement stellen können. Die Voraussetzungen dafür sieht Schmidt derzeit als gar nicht so schlecht an, wie sie manchem scheinen mögen: Laut der Ende April veröffentlichten Allensbach-Studie "Lehre(r) in Zeiten der Bildungspanik" im Auftrag der Vodafone Stiftung urteilt die Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland weitgehend positiv über ihren Beruf: Die ganz große Mehrheit – knapp drei Viertel (71 Prozent) – gibt an, ihrem Beruf gerne nachzugehen. "Darauf gilt es aufzubauen", fordert Schmidt, "indem das Problem des Unterrichtsausfalls durch genügend Einstellungen und den Aufbau einer Lehrerreserve, wie sie Bayern ja angekündigt hat, beherzt angegangen wird."

Konkrete Arbeitsbedingungen abschreckender als mangelnde Karrierechancen

"Nach unserer Erfahrung", so Schmidt weiter, "ist es nicht so, dass es primär unzureichende Karrierechancen sind, die junge Leute vom Lehrerberuf zurückweichen lassen. Vielmehr sind es die konkreten, alltäglichen Arbeitsbedingungen: Sie sind häufig genug geprägt von einem subjektiv empfundenen Mangel an Unterstützung durch Elternhäuser und durch politische Akteure, die zwischen ideologischen Grabenkämpfen und hektischen Reformvorgaben zu oft das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren scheinen: Schülern und Lehrern die verlässlichen Lern- und Lehrbedingungen zu garantieren, die eine solide Bildungsarbeit nun einmal braucht, um reifen und Früchte tragen zu können."

Die Allensbach-Studie wurde im Zusammenhang mit der Broschüre "Geeignet für den Lehrerberuf?" im Auftrag der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG in Zusammenarbeit mit der Stiftung der Deutschen Wirtschaft erstellt. Sie ist unter www.lehrwerkstatt-unterricht.de (PDF) abrufbar.


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