Philologenverband unterstützt Forderungen des Gutachtens "Zukunft Bayern 2020" der Henzler-Kommission nach Bildungsinvestitionen und dem Festhalten am gegliederten Schulwesen
Der Bayerische Philologenverband (bpv) teilt die Auffassung der sogenannten Henzler-Kommission, dass der Bildungsbereich des Freistaates in den kommenden Jahren durch nachhaltige Investitionen gestärkt werden muss. Nach einer ersten Durchsicht sagte der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt: "Dass sich die Kommission einstimmig auf den Beibehalt des dreigliedrigen Schulsystems festgelegt hat, begrüße ich ausdrücklich. Darüber hinaus enthält das Gutachten in seinen schulpolitischen Feststellungen eine Fülle zustimmungsfähiger, aber auch manch diskussionswürdige Details und Forderungen. Ob diese sich insgesamt zu einer widerspruchsfreien und überzeugenden Perspektive für die Fortentwicklung des bayerischen Schulwesens zusammensetzen lassen, muss einer eingehenderen Prüfung vorbehalten bleiben."
20.04.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)Bei allem Verständnis für den derzeitigen politischen Fokus auf Hauptschulen und Hochschulen dürfe man nach Ansicht des bpv-Vorsitzenden die Gymnasien und die Berufs- und Fachoberschulen nicht aus dem Blick verlieren. "Auch wenn nunmehr mit den Vorschlägen zur Oberstufe die Vorgaben für das achtjährige Gymnasiums komplett vorliegen, lässt sich dieses umfassende Reformvorhaben damit nicht einfach ad acta legen. In der Praxis tun sich deutliche Probleme auf. Und die werden in den kommenden Jahren voraussichtlich noch größer werden. Daher muss sich die Politik umgehend und konsequent an die Verbesserung der Rahmenbedingungen machen", forderte Schmidt.
Kein ´Placebo-Unterricht´ durch Unqualifizierte
Eines der Probleme des G8 sei der Lehrermangel, von dem neben den Gymnasien die Fachober- und Berufsoberschulen schon jetzt besonders betroffen seien. Dabei rechne das Kultusministerium für diese Schularten noch weit bis ins kommende Jahrzehnt hinein mit deutlich ansteigenden Schüler- und Absolventenzahlen. Aber auch die ausgeweiteten Stundentafeln in der Mittel- und Oberstufe des G8 erforderten zusätzliche Lehrkräfte. "Billiglösungen und Placebo-Unterricht durch Unqualifizierte wären aber in dieser Situation genauso fatal wie weitere Stunden- und Lehrplankürzungen", warnte der bpv-Vorsitzende, "unsere Schüler brauchen ein vitales und kein banales Gymnasium."
Attraktivität des Lehrerberufs durch bessere Rahmenbedingungen erhöhen
Stattdessen müsse die Politik den Beruf des Gymnasiallehrers dringend wieder so attraktiv machen, dass er mit anderen Berufen konkurrieren könne. Das betreffe zum einen finanzielle Aspekte, aber noch mehr die konkreten Arbeitsbedingungen. Das Unterrichten in übervollen Klassen mit bis zu 37 Schülern reibe auf Dauer nicht nur Lehrkräfte auf; auch die notwendige individuelle Förderung der Schüler könne unter diesen Bedingungen nicht gelingen. Damit gerate aber das Ziel der Staatsregierung in Gefahr, einen größeren Anteil von Schülern zum Abitur zu führen. "Die Zukunft und die Wettbewerbsfähigkeit Bayerns hängen eng mit dem hohen Qualifizierungsgrad unserer jungen Leute ab. Traditionell kommt dabei dem Gymnasium eine ganz besondere Rolle zu. Die Politik muss jetzt dafür sorgen, dass seine Absolventen auch über das Jahr 2020 hinaus das schulische Rüstzeug erhalten können, um ihrer besonderen Verantwortung in allen Lebensbereichen gerecht zu werden", appellierte Schmidt.
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