PISA 2006 – Deutschland hat sich in allen Bereichen verbessert

Die Ergebnisse der Schulstudie PISA 2006 liegen nun vor. Dazu erklärt Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU):

04.12.2007 Thüringen Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

"Deutschland hat sich in den drei untersuchten Kompetenzbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften seit 2000 deutlich verbessert. Lagen die Leistungen deutscher Schüler bei PISA 2000 in diesen Bereichen noch unterhalb des OECD-Durchschnitts, liegen sie jetzt im Durchschnitt und darüber. Im Bereich Naturwissenschaften rangieren die deutschen Schüler oberhalb des OECD-Durchschnitts. Verbessert hat sich Deutschland auch beim Anteil der leistungsschwächeren Schüler, der geringer geworden ist. Die Zahlen sind beeindruckend und Anlass zur Freude. Sie sind ein klares Signal, dass Deutschland auf dem richtigen Weg ist. Die durch PISA und andere Studien angestoßenen Maßnahmen greifen. Damit der Standort Deutschland aber im internationalen Wettbewerb auch in der Zukunft konkurrenzfähig bleibt, müssen wir uns weiter verbessern."

An der Studie PISA 2006 hat Deutschland mit rund 5.800 Schülern aus 230 Schulen teilgenommen, Thüringen mit rund 270 Schülern aus sieben Schulen. "Thüringen hat zum Ergebnis Deutschlands bei PISA 2006 beigetragen", so Minister Goebel. Die Ergebnisse für Deutschland sind aber nicht eins zu eins auf Thüringen projizierbar. Belastbare Erkenntnisse für den Freistaat werden erst ab Herbst 2008 mit den Ergebnissen der PISA-Ergänzungsstudie (PISA-E 2006) vorliegen. An ihr haben 73 Thüringer Schulen teilgenommen.

Eines habe PISA 2006 aber erneut bestätigt, so Minister Goebel weiter. Es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem Differenzierungsgrad des Schulsystems bzw. dem Alter der Differenzierung und dem Kompetenzniveau der Schüler. "Kompetenz hängt von der Qualität der Schule und des Unterrichts ab. Die Unterrichtsqualität ist entscheidend und nicht die Schulstruktur. Wir brauchen eine Qualitätsdebatte und keine Strukturdebatte", so Minister Goebel.

Thüringen hat mit der Einführung der neuen Lehrpläne nach dem Kompetenzmodell im Jahr 1999 und nach PISA 2000 und 2003 vielfältige Maßnahmen ergriffen, um die Kompetenz der Schüler im Freistaat zu stärken und zu verbessern. Im Bereich der Leseförderung wurde 2002 die Thüringer Leseinitiative ´Lust auf Lesen´ ins Leben gerufen, die weit über die Schule hinaus wirkt. Zahlreiche Partner von der Wirtschaft bis hin zu den Medien unterstützen diese Aktion des Kultusministeriums.

Außerdem werden seit 2001 die frühkindliche Bildung und die Grundschule gestärkt. So bieten die Kindertagesstätten, die mehr als 95 Prozent der Kinder besuchen, und die Grundschulen mit Schuleingangsphase und Hortbetreuung gute Rahmenbedingungen, so dass sich alle Kinder gut entwickeln können. Mit dem Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre wird sich die Qualität der Kinderbetreuung weiter verbessern. Diese Maßnahmen werden aber erst 2009 voll greifen, da die bei PISA 2006 getesteten Schüler 2001 die Grundschule schon verlassen haben.

Mit dem Projekt "Eigenverantwortliche Schule" werden den Schulen größere Spielräume gegeben, damit sie das Schulprofil schärfen. So werden auch in den nächsten Jahren verstärkte Anstrengungen unternommen, um die Qualität des Unterrichts zu erhöhen. "Guter Unterricht ist der Schlüssel zum Erfolg", so Minister Goebel.

Ein weiterer Aspekt ist die systematische Schulentwicklung, die vor allem durch die gemeinsam von allen Ländern entwickelten nationalen Bildungsstandards nochmals einen entscheidenden Impuls erhalten hat. Die in Thüringen eingeführten Kompetenztests in Mathematik in den Klassenstufen 3, 6 und 8, in Deutsch in den Klassenstufen 3 und 6 sowie in Englisch in der Klassenstufe 8 zeigen den Schulen, wo sie in diesen Fächern stehen. Ist-Standserhebungen, Leitbild, Arbeitsvorhaben, Zielvereinbarungen und Selbstevaluation gehören in den Thüringer Schulen zum Alltagsgeschäft. Die Schulen werden in die Lage versetzt, geeignete Maßnahmen und Fördermöglichkeiten zu ergreifen.

"Insgesamt zeigen die Ergebnisse von PISA 2006, dass in Deutschland Veränderungen in Gang gekommen sind, die sich in Kompetenzverbesserungen bei den Schülern widerspiegeln. Mein ausdrücklicher Dank richtet sich an alle, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben. Auf Grund der langen Zeit, die Veränderungen im Bildungsbereich brauchen, um wirklich deutliche Verbesserungen zu erzielen, geben die Ergebnisse von PISA 2006 Grund zu Optimismus", so Minister Goebel abschließend.


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