"PISA hält nicht, was PISA verspricht"

(bikl.de) In wenigen Wochen, am 4. Dezember 2007, werden die Ergebnisse der neuesten PISA Studie vorgestellt. Doch eine aktuelle Untersuchung der PISA-Studie könnte den zu erwartenden Ergebnissen ihre Brisanz nehmen. "PISA hält nicht, was PISA verspricht" lautet nämlich das Fazit eines Buches, das jetzt erschienen ist.

15.11.2007 Artikel
  • © LIT Verlag

Bereits in der Vergangenheit ist vereinzelt Kritik an der Durchführung der PISA-Studien laut geworden. So hatte etwa der Münchner Physiker Joachim Wuttke im vergangenen Jahr dem PISA-Institut der OECD "spektakuläres Scheitern" vorgeworfen. Eine Kritik, die umgehend vom Direktor des Berliner Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), Professor Olaf Köller, zurückgewiesen worden war. Jetzt haben Wissenschaftler aus sieben europäischen Ländern die Leistungen und Grenzen des PISA-Projekts getestet. Ihre Ergebnisse sind in dem Buch "PISA zufolge PISA PISA According to PISA" nachzulesen.

Prof. Dr. Stefan Thomas Hopmann von der Universität Wien, einer der Herausgeber schreibt dazu in seinem Vorwort: "Bei allem Respekt für das grossartige Engagement der OECD und der nationalen PISA – Konsortien, fällt das Ergebnis sehr ernüchternd aus: PISA hält nicht annähernd, was PISA verspricht, und kann das mit den angewandten Mitteln auch gar nicht leisten! Das PISA – Projekt ist offenkundig mit so vielen Schwachstellen und Fehlerquellen belastet, dass sich zumindest die populärsten Endprodukte, die internationalen Vergleichstabellen sowie die meisten nationalen Zusatzanalysen zu Schulen und Schulstrukturen, Unterricht, Schulleistungen und Problemen wie Migration, sozialer Hintergrund, Geschlecht usw., in den bisher praktizierten Formen wissenschaftlich schlicht nicht aufrecht erhalten lassen. Sie überspannen bei weitem die Tragfähigkeit des gewählten Designs und dessen theoretische und methodische Grundlagen. Wer auf dieser Grundlage über Schulstrukturen, Lehrpläne, nationale Tests oder die zukünftige Lehrerbildung befinden will, ist nicht gut beraten."

PISA sei, so heißt es in einem Pressetext zum Buch, im besten Fall eine interessante Jugendstudie über die mehr oder weniger zufällige Verteilung eines sehr testspezifischen Wissens in den beteiligten Ländern. Wissenschaftliche Vergleiche der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Bildungssysteme oder gar einzelner Schulformen und Schulen ließen sich so nicht begründen.


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Weiterführende Links

  • Homepage Stefan Thomas Hopmann
  • Informationen zum Buch "PISA zufolge PISA"
  • Onlineversion des Buches (pdf)

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