Positive Bilanz des 1. Jahres Schulvisitation

Nach dem ersten Jahr der Schulvisitation in Brandenburg hat Bildungsstaatssekretär Burkhard Jungkamp eine positive Bilanz gezogen. In 13 von 16 untersuchten Profilmerkmalen hätten die 100 ausgewählten Schulen überwiegend durchschnittliche bis gute Ergebnisse erzielt. Bei drei Profilmerkmalen zeigten sie deutliche Schwächen. "Insgesamt zeigt sich, dass das Instrument der Schulvisitation dazu geeignet ist, Stärken und Schwächen der Schulen genau zu benennen. Besonders gefreut hat mich, dass sich die große Mehrzahl der Schulen zufrieden mit dem Verfahren und dem Ablauf der Schulvisitation zeigten.“

28.12.2006 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Insgesamt 26 speziell ausgebildete Schulvisitatoren haben im Schuljahr 2005/2006 landesweit 100 Schulen besucht, darunter 53 Grundschulen, 20 Oberschulen, 11 Gesamtschulen, 14 Gymnasien sowie 2 Oberstufenzentren. Sie haben Dokumente und Fragebögen ausgewertet, Interviews mit Lehrern, Schulleitern, Schülern und Eltern geführt sowie Schul- und Unterrichtsbesuche durchgeführt. Im Bericht der externen Experten wird die Schulqualität anhand von 16 Profilmerkmalen beschrieben und es werden Bereiche mit Verbesserungsbedarf benannt. Bewertet wurden die Schulen in den vier Abstufungen 1 (überwiegend schwach), 2 (eher schwach als stark), 3 (eher stark als schwach) und 4 (überwiegend stark).

Besonders gut schnitten die Schulen v.a. bei folgenden Profilmerkmalen ab:

  • die Schulleitung plant die Maßnahmen zur Unterrichtsorganisation effektiv und transparent für die Beteiligten,
  • die Schule ermöglicht die aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und Eltern am Schulleben,
  • die Schulleitung stärkt die Schulgemeinschaft durch eigenes Vorbild und Führungsverantwortung,
  • die Schulzufriedenheit der Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte
  • die Schule arbeitet mit einem transparenten Konzept für Leistungsanforderungen und -kontrollen.

Deutliche Schwächen gab es bei drei Profilmerkmalen:

  • die Lehrkräfte unterstützen im Unterricht einen aktiven Lernprozess der Schülerinnen und Schüler,
  • die Schulleitung unterstützt und sichert den Aufbau eines funktionsfähigen Qualitätsmanagements,
  • die Lehrkräfte, die zuständigen Gremien und die Schulleitung ergreifen Maßnahmen, um die Qualität des Unterrichts zu sichern und zu verbessern.

Bildungsstaatssekretär Burkhard Jungkamp kündigt an, dass man die ersten Ergebnisse dazu nutzen werde, um die Qualität an den Schulen gezielter zu verbessern. "Wir werden überprüfen, ob und welche Fortbildungen für Lehrkräfte angepasst werden müssen und wie man besonders schwache Schulen besser als bislang - etwa mit Handlungsvereinbarungen - unterstützen kann.“ Besonders positiv bewertet Jungkamp, dass mehr als 70 Prozent der jetzt untersuchten Schulen den Visitationsbericht in der Schulkonferenz vorgestellt und diskutiert haben. Mehr als 40 Prozent haben sogar neue Arbeitsgruppen gebildet, um konkrete Konsequenzen aus dem Bericht zu ziehen. Jungkamp: "Das ist der richtige Ansatz: Gute Schule kann nur im Zusammenwirken aller funktionieren - und dazu gehören natürlich auch Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern.“

Die Schulvisitation ist im Jahr 2004 entwickelt worden. In der Pilotphase wurden Anfang 2005 insgesamt 29 Schulen unter die Lupe genommen. Die flächendeckende Einführung hat im Schuljahr 2005/2006 begonnen. Dafür standen rund 1,32 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist, alle rund 850 öffentlichen Schulen im Land Brandenburg binnen fünf Jahren einmal zu begutachten.

Schulvisitation ist ein Bestandteil der Verbesserung der Qualität an Schulen im Land Brandenburg. Dazu gehören u.a. auch

  • die Orientierung an den bundesweit geltenden Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz,
  • schulinterne Vergleichsarbeiten in den Jahrgangsstufen 5 und 8,
  • zentrale Tests in den Jahrgangsstufen 2 und 4,
  • landesweit einheitliche Prüfungen am Ende der Jahrgangsstufen 10 und 13,
  • die Teilnahme an nationalen und internationalen Vergleichsstudien wie TIMSS oder PISA
  • interne Evaluationen der Schulen

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