Prognose

Sinkende Schüler:innenzahl muss für Qualitätsverbesserung genutzt werden

Die GEW Bund präsentierte eine neue GEW-Prognose zur Entwicklung der bundesweiten Schüler:innenzahl. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass im Jahr 2040 weniger Schüler:innen als bisher von der KMK angenommen an den Schulen unterrichtet werden. Die sich ergebenden Spielräume sollten für eine verbesserte Bildungsqualität herangezogen werden.

28.08.2026 Hessen Pressemeldung GEW Hessen
  • In einem Klassenzimmer steht eine Lehrerin bei einer Schülerin am Tisch und erklärt ihr etwas. Eine Junge arbeitet konzentriert an einem Tisch daneben. © www.pexels.com Die Schüler:innenzahl ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Berechnung des Lehrkräftebedarfs.

Die neue GEW-Berechnung geht davon aus, dass die Zahl Schüler:innen in Deutschland bereits im Jahr 2028 ihren Höhepunkt erreicht. In diesem Jahr werden laut der GEW-Prognose schätzungsweise 11.400.000 Lernende die unterschiedlichen Schulformen besuchen. Damit weicht die neue Untersuchung von den KMK-Annahmen ab. Diese erwarten den Gipfel der Schüler:innenzahl erst im Jahr 2032. Gleichzeitig geht die KMK davon aus, dass die Zahl der Schüler:innen bei rund 11.773.000 liegen wird. Die Differenz der beiden Kalkulationen wird mit unterschiedlichen Annahmen bezüglich den Geburten­raten sowie den Migrationsbewegungen begründet.

Die Schüler:innenzahl ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Berechnung des Lehrkräftebedarfs. Gleichzeitig macht Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, darauf aufmerksam, dass neben der Zahl der Schüler:innen auch weitere Faktoren für den Lehrkräftebedarf ausschlaggebend sind: „Die neue Kalkulation bietet keinen Grund, um in der Lehrkräfteaus- und -fortbildung nachzulassen. Im Gegenteil. Die bestehende Lehrkräftelücke muss aktuell notgedrungen von vielen Vertretungskräften ohne Lehramt gefüllt werden. Diese Lücke gilt es in Zukunft wieder mit Lehrkräften zu schließen, die ein Referendariat abgeschlossen haben. Auch die neue Berechnung zeigt, dass es vor allem im Haupt- und Realschullehramt und an den berufsbildenden Schulen an ausgebildeten Lehrkräften mangelt“.

Zudem brauche es mehr Lehrkräfte an den hessischen Schulen, um die Abhängigkeit des Schulerfolgs vom sozioökonomischen Hintergrunds zu entkoppeln. „Hessen ist eines der Bundesländer, in dem dieser Zusammenhang am größten ist. Um die Bildungsgerechtigkeit zu verbessern, sind kleinere Klassen, mehr individuelle Betreuungszeiten und mehr multiprofessionelle Teams notwendig“, sagte Hartmann. 

Des Weiteren verlange die Gesellschaft immer mehr von Schulen. Lehrkräfte sollen Schüler:innen auf aktuelle Herausforderungen vorbereiten. Themen wie Inklusion, Klimawandel, Demokratie- und Medienbildung sollen neben den eigentlichen Unterrichtsinhalten vermittelt werden. „Viele bedeutsame Themen können aktuell nur beiläufig behandelt werden. Um die wachsenden gesellschaftlichen Anforderungen an die Schule umsetzen zu können, braucht es mehr Lehrkräfte, die mehr Zeit für den Unterricht haben“, stellte Hartmann klar.

Ansprechpartner

GEW Hessen

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